Im Blickfeld von Klaus Himpsl-Gutermann: Mein Weblog : Den Teufelskreis der Medienbildung durchbrechen!

Den Teufelskreis der Medienbildung durchbrechen!

So habe ich meinen diesjährigen Beitrag für die EDU|days 2011 tituliert. Ausgangspunkt meines Kurzvortrags ist die aktuelle medienpädagogische Initiative "Keine Bildung ohne Medien!", deren Medienpädagogischer Kongress im März dieses Jahres in der Blogosphäre sehr unterschiedlich diskutiert wurde (Beispiele hier und hier). Deutlich schärfer als die Bestandsaufnahme dort und im Medienpädagogischen Manifest hinischtlich der Medienbildung fällt das Urteil einer Studie aus dem Jahr 2010 aus, in der ein "Teufelskreis der Medienbildung" konstatiert wird: In der Schule gibt es noch zu wenig systematische Angebote zur Medienbildung und deshalb Defizite bei den Absolventinnen und Absolventen. Die Medienkompetenteren entscheiden sich meist für ein anderes Studium, eher selten für ein Lehramt. Im Lehramtsstudium wiederum spielt die Medienpädagogik nur eine untergeordnete Rolle, was dazu führt, dass die Konzeption von mediendidaktisch hochwertigem Unterricht vor allem vom Engagement der einzelnen Lehrperson abhängt, was wiederum dazu führt, dass eine systematische Medienbildung in der Schule ... Trifft diese Bestandsaufnahme zu? Und wenn ja, wo können wir den Hebel ansetzen? Oder löst sich der medienpädagogische Teufelskreis durch die nachwachsende Generation der "Digital Natives" ohnehin von selbst auf?

Ein sehr zentraler Punkt für mich ist das Spannungsfeld von ständig steigenden Anforderungen, in dem Lehrer/innen und Schüler/innen in der Schule momentan stehen: personelle Knappheit in vielen Bereichen mit teilweise Fortbildungsverbot, relativ rasche Einführung von Zentralmatura und Bildungsstandards ohne langfristige Vorbereitungsmaßnahmen, bildungspolitisches Hick-Hack um Neue Mittelschule und LehrerInnenbildung NEU, etc. Und nun auch noch eine systematische Medienbildung umsetzen? Neben längerfristig angelegten strukturellen Änderungen braucht es für die Umsetzung der Ziele, die in den Medienbildungsstandards formuliert werden, geeignete Aufgabenstellungen, Materialien sowie Methoden und Werkzeuge für die Unterrichtsgestaltung. Zum Ende meines Vortrags bringe ich Argumente, warum das E-Portfolio meiner Meinung nach das ideale Werkzeug dafür ist, nämlich einerseits kurzfristig, um Unterrichtsvorhaben zur Medienbildung umzusetzen, und andererseits auch langfristig als Reforminstrument im Rahmen des Konzeptes von Lehrer/innenbildung NEU. Diese Überlegungen wird es in Kürze auch in Form von zwei Publikationen geben, die ich zusammen mit Reinhard Bauer geschrieben habe (derzeit in der Review-Schleife!).

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e-portfolio, lehrerInnenbildung, medienbildung, schule
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Veröffentlicht von Klaus Himpsl-Gutermann am 15. Mai 2011, 16:18

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