Teamarbeit - ein Präsentationsportfolio

von Wissen schaffen im Team WS13_14

 Ein Team steckt sich gemeinsame Ziele und versucht diese gemeinsam zu erreichen - dabei ist jedes Teammitglied gleich wichtig. Dennoch kann es sinnvoll sein, eine/n Teamleiter/in zu bestimmen, damit das Team effektiver und effizienter arbeiten und seine volle Leistung entfalten kann. Die Aufgaben, die ein/e Teamleiter/in übernimmt, können sehr vielseitig sein.

Die wichtigste Aufgabe eines Teamleiters/einer Teamleiterin  ist es, darauf zu achten, dass die Gruppe ihre gesteckten Ziele nicht aus den Augen verliert und dass sie in dem vorgegebenen Zeitrahmen erreicht werden. Dafür ist es wichtig, dass der Teamleiter/die Teamleiterin die Gruppenmitglieder bei abschweifenden Diskussionen wieder zum eigenlichen Thema zurückführt. Weiterhin sollte er darauf achten, dass auch die stilleren Gruppenmitglieder zu Wort kommen und dafür die dominanten Gruppenmitglieder etwas bremsen (s. auch "Rollen im Team"). So kann er/sie für eine ausgewogene Diskussion sorgen und eine gute Teamatmosphäre schaffen. Bei aufkommenden Konflikten fällt es in den Bereich des Teamleiters/der Teamleiterin, Klärungen und Lösungen anzuregen.

Wird man als Teamleiter/in auserkoren, stellt sich schnell die Frage: Wie kann oder soll man bei der Führung eines Teams vorgehen? Was gilt es zu tun und zu beachten?

Der Überblick über die unterschiedlichen Führungsstile nach dem Soziologen Max Weber und dem Sozialpsychologen Kurt Lewin soll helfen, diese Fragen zu beantworten.

Die genannten Führungsstile sind idealtypisch und in diesen Formen selten bis gar nicht zu finden. Jeder hat seinen persönlichen Stil im Umgang mit anderen Menschen und den einen richtigten Führungsstil gibt es nicht. Stattdessen existiert eine große Anzahl an Abstufungen und Mischformen, denn der beste Führungsstil ist situationsabhängig. In diesem Zusammenhang spricht man auch von situativer Führung. Je nach Art der Aufgabenstellung erweist sich ein Führungsstil als besser als ein anderer. Genauso kann in einer Krisensituation ein Wechsel des Führungsstils erforderlich sein. Ein/e Teamleiter/in sollte außerdem die Eigenschaften und Kompetenzen der Gruppenmitglieder berücksichtigen und seinen/ihren Führungsstil entsprechend anpassen. Denn Führen und Leiten sind interaktive Prozesse, die immer zusammen mit der Gruppe stattfinden.

Quelle

 

Der autokratische Führungsstil

Was kennzeichnet den autokratischen Führungsstil?

Der autokratische Führungsstil zählt zu den von Max Weber identifizierten "tradierten Führungsstilen." Übertragen wir diesen idealtypischen Ansatz Webers auf das Führen und Leiten im Team, ergeben sich folgende Kennzeichen:

  • Strenge Hierarchie
  • zentrierte Entscheidungsgewalt und Kontrolle
  • Distanz

Entscheidungsträger:

Entscheidungsträger treffen "einsame" Entscheidungen. Sie haben die alleinige Entscheidungsgewalt inne. Der autokratische Führungsstil kann Prozesse anstoßen. Häufig ist er für Planentscheidungen notwendig. Außerdem kann er Schutzfunktionen erfüllen.

Entscheidungsempfänger:

Entscheidungsempfänger müssen dem Entscheidungsträger blind folgen. Meinungen, Haltungen und Lösungen müssen kritiklos übernommen werden. Der Austausch im Team und kreative Ansätze werden unterdrückt.

 

Der patriarchalische Führungsstil

Der Führungsstil geht auf die patriarchalische Familienstruktur zurück, in der der Vater die Rolle des Oberhauptes einnimmt. Angewandt auf die Führung in der Gruppe im Bereich des (wissenschaftlichen) Arbeitens ergeben sich folgende Merkmale dieses Führungsstils:

  • alleiniges Entscheidungsrecht der Führungsperson, das durch Alters-, Wissens- und Erfahrungsunterschied gerechtfertigt wird
  • Die Führungsperson nimmt eine "väterliche" Rolle gegenüber den "Geführten" ein, weil er neben der Entscheidungsgewalt auch Fürsorge und Verantwortung für die Entscheidungsempfänger empfindet. Im Gegenzug erwartet er Gehorsam, Dankbarkeit und Loyalität.
  • "Patriarch" sieht seine Worte als gültig und toleriert keinen WiderspruchDas geistige Potenzial der Mitarbeiter bleibt durch den "Alleinherrschaftsanspruch" der Führungsperson ungenutzt. 

      

Der charismatische Führungsstil

"Charisma": Führung anderer Menschen dank eigener Ausstrahlungskraft

Kennzeichen und charakteristische Handlungsweise des charismatischer Führenden:

  • hohes Machtmotiv
  • hohe Selbstbewusstsein
  • fester Glaube an eigene Initiativen und ausgegeichnete Redekunst
  • Darstellung einer reizvollen Vision
  • Anwendung außergewöhnlicher Maßnahmen, um diese Visionen realisieren
  • Darstellung eigener Person als kompetent und erfolgreich
  • der Ausdruck hoher Erwartungen an und hoher Zuversicht in die Geführten

 

Der bürokratische Führungsstil

  • personenunabhängiger Führungsstil
  • Vorschriften, Regeln, Gesetze, also unabänderliche Strukturen regeln den Arbeitsablauf
  • Führungsperson wird auf eine festgelegte Zeit bestimmt und ist jederzeit austauschbar
  • Durchführung der Aufgaben nach grundsätzlichem und schriftlich fixiertem Regelwerk
  • umfangreiche und detaillierte Beschreibung von Vorgehensweisen, Verwaltungsabläufen, Befugnissen, etc.

Die Vorteile

  • keine einzelne, beherrschende Führungspersönlichkeit
  • keine willkürliche Macht der einzelnen Personen, sondern Macht durch Strukturen
  • ausschließlich sachliche Kriterien stehen im Vordergrund
  • weniger Ungerechtigkeiten aufgrund persönlicher Sympathien und Antipathien

Die Nachteile

  • durch starre Regelungen Flexibiliät und Reagieren in Krisensituationen kaum möglich
  • keine Eigeninitiative und Selbstständigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. des Teams
  • geringe Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • übertriebener Formalismus und Schematismus als Grundlage der Arbeit

 „Alles gehorcht einer gesetzten Ordnung, an die sowohl Untergebene als auch Vorgesetze gebunden sind.“

(Kranich, J. (2008): Führungsmethoden und Führungsstile. S. 8. Norderstedt: GRIN Verlag)

 

Quellen:

Jung, H. (2006): Personalwirtschaft. Oldenbourg Verlag.

Jung, H. (2006): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Oldenbourg Verlag.

Simon, W. (2006): GABALs großer Methodenkoffer Führung und Zusammenarbeit. GABAL Verlag GmbH.

Hungenberg, H., Wulf, T. (2006): Grundlagen der Unternehmensführung. Springer DE.

Gruber, Claudia "Führung und Management", Universität Salzburg, WS 2008/09, S. 14

 

Der autoritäre Führungsstil

"Dieser Führungsstil bezeichnet die alleinige Entscheidung, die Vorgabe der Aufgaben sowie deren Durchführung und die Kontrolle durch den Vorgesetzen." (Strohmeier-Scheu 2004: 19)

Die Führungskraft

  • ist in der Regel sehr stark leistungsorientiert,
  • lenkt jede Aktivität der Mitarbeiter_innen in eine von ihr gewünschte Richtung,
  • weist Aufgaben direkt und ohne Diskussion zu,
  • hat für fast alle Fälle passende Lösungen und definiert sämtliche Lösungswege selbst                                                          
  • zeigt wenig oder keine Anteilnahme an den Erwartungen, Bedürfnissen und Problemen der Mitarbeiter_innen und
  • legt das Hauptaugenmerk auf den Erfolg und auf das Ergebnis des Projekts.

 Die Vorteile

  • hohe Entscheidungsgeschwindigkeit
  • Übersichtlichkeit der Kompetenzen
  • gute Kontrolle des Arbeitsprozesses

Die Nachteile

  • mangelnde Motivation und Passivität der Mitarbeiter_innen
  • Einschränkung der persönlichen Freiheit und Kreativität
  • Gefahr von Fehlentscheidungen durch überforderte Vorgesetzte
  • Risiko der Kopflosigkeit der Gruppe bei Ausfall des Entscheidungsträgers
  • angespanntes Klima und Rivalität unter den Mitarbeiter_innen

 

Der kooperative Führungsstil

besteht vor allem aus einer engen Zusammenarbeit zwischen der Führungskraft u. den Teammitgliedern; besonders im Bereich Ideenentwicklung, Umsetzung von Projekten, Kompetenz und Konsensfindung.

Es geht um Mitbestimmung

  • vor allem kommt dem Führenden die Rolle des Deligierens von Verantwortung und Motivation zu. Eigeninitiative und Kreativität werden gefördert
  • Durch Verteilung der Verantwortung wird eventueller Ausfall besser bewältigt

Das Wesen

  • Klima offener Kommunikation
  • Zulassen von Ideen und Kritik
  • Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeit der Teammitglieder
  • Kultur des gegenseitigen Respekts

Die Vorteile

  • durch offene Kommunikation sind das Verantwortunsbewusstsein und die Leistungsbereitschaft hoch
  • alle Beteiligten können in allen Phasen teilnehmen und aktiv mitwirken, dies führt zu mehr Motivation
  • teilweise Entlastung der Führungskraft

Die Nachteile

  • die Konsensbildung kann vorallem in neu gebildeten Teams länger dauern
  • Konkurrenz unter den Teammitgliedern kann zu Problemen führen

 

Der Laissez-faire-Führungsstil

lässt den Mitarbeitern viele Freiheiten. Sie bestimmen ihre Arbeit, die Aufgaben und die Organisation selbst. Die Informationen fließen mehr oder weniger zufällig.

Der Vorgesetzte greift nicht in das Geschehen ein, weder hilft, noch bestraft er.

Die Vorteile

  • eigenständigen Arbeitsweise und individuelle Stärken der Mitarbeiter werden gefördert
  • Entscheidungsfreiheit der Mitarbeiter

Die Nachteile

  • Gefahr von mangelnder Disziplin, Kompetenzstreitigkeiten und Unordnung
  • Gefahr von Rivalität unter Mitarbeitern und Grüppchenbildung
  • Risiko, dass Außenseiter benachteiligt werden bzw. auf der Strecke bleiben
  • Orientierungslosigkeit und ein Gefühl der Hilflosigkeit machen sich breit

 

Quellen:

Bluszcz/ Dr. Knorn (2004): Grundlagen der Organisationspsychologie. Reader zum Thema: Führung. Universität Duisburg-Essen. Labor für Organisationsentwicklung. Unter: http://www.orglab.org/fileadmin/orglab/sidebar/Reader_-_Fuehrung.pdf

http://www.leadion.de/artikel.php?artikel=0476, letzter Zugriff 10.11.2013, 13:29.

http://www.berufsstrategie.de/bewerbung-karriere-soft-skills/fuehrung-kooperativer-fuehrungsstil.php, letzter Zugriff 10.11.2013, 13:29.

http://www.pionierbasis.com/2012/10/fuhrungsstile-nach-kurt-lewin/ , letzter Zugriff 10.11.2013, 13:29.

 

 

Das ist der beste Führer, dessen Leute sagen, wenn er sie ans Ziel geführt hat: "Wir selbst haben den Erfolg zustande gebracht."

– Laotse (chinesischer Philosoph)

 

Der Begriff führen hat den gleichen Ursprung wie fahren und wird etymologisch aus dem germanischen „foran“ abgeleitet. Es bedeutet im eigentlichen Sinne: „etwas in Bewegung setzen“ oder „jemandem den Weg zeigen, indem man mit ihm geht“. 

Quelle

Seminar zur Teamleitung

Feedback

Katrin Girgensohn - 20. Dezember 2013, 21:59

An eurer Seite gefällt mir besonders gut, dass ihr eine Einführung in eigenen Worten gebt, so dass man weiß was kommt. Dabei ist mir auch die geschlechtergerechte Sprache positiv aufgefallen. Schön finde ich auch, dass ihr die Herkunft des Wortes "führen" angebt. Quellen werden angegeben, auch wenn mir nicht immer klar ist,welche Info aus welcher Quelle stammt, aber das ist ja hier auch eine Homepage und keine wissenschaftliche Arbeit. Bei dem Video hätte ich mich über einen Satz dazu gefreut, worum es darin geht - einfach als Info vor dem Anklicken.

Tarkan Tekin

Meine Vorkommentatorin schreibt: "Schön finde ich auch, dass ihr die Herkunft des Wortes "führen" angebt."

Grundsätzlich bin ich derselben Meinung. Allerdings ist es gearde bei solchen Erklärungen enorm wichtig, dass diese auch stimmen. Auch wenn meine Vorkommentatorin meint, dies sei eine Homepage und keine wissenschaftliche Arbeit, bin ich dennoch der Meinung, dass so etwas Wichtiges einfach überprüft gehört. "Ihrer" Quelle ist der Fehler unterlaufen als etymologische Wortherkunft für "führen" das germische Wort "foran" aufzuführen. Korrekterweise lautet das germanische Wort aber "forjan".

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