KidZ-Schaufenster: NMS Hard Mittelweiherburg, VLBG

von KidZ Vorarlberg

VMS Hard Mittelweiherburg

Bevor man sich über die mediendidaktischen Aspekte Gedanken macht, muss unbedingt ein übergeordnetes allgemeines didaktisches Konzept ausgearbeitet sein. 

Tablets, Web 2.0 und co. müssen immer Mittel zum Zweck sein. Sie dürfen nie zum Selbstzweck werden! 

Die Motivation muss längerfristig durch den Stolz über erstellte Produkte, und nicht über den reinen Reiz der neuen Technik erfolgen. 

Tablets ermöglichen es den leistungsstärkeren Schülerinnen und Schülern, gemeinsam mit gut ausgewählten Inhalten, längere Phasen selbstbestimmt und im Peer-Learning zu arbeiten, was wiederum dem Lehrer Freiräume zur Unterstützung Einzelner gibt.

Die KidZ-Klasse sollte nicht als geschlossenes Konzept geführt werden, sondern einen Kick-Off-Effekt ins gesamte Schulleben haben. 

 

Unsere Erfahrungen

  • gesteigerte Verantwortung für das eigene Lernen
  • Selbstbewusstsein und Stolz
  • Spaß und Arbeit

Seit dem Jahr 1994 bin ich als Lehrer für Deutsch, Bewegung und Sport sowie Technisches Werken an der NMS Hard Mittelweiherburg tätig. In meinen Anfängen standen zwei Lehrer-Computer zur Verfügung, ein Schüler-Computerraum befand sich gerade im Aufbau.

Die Zeit vergeht, um nicht zu sagen sie verfliegt. Was damals gut und neu war, ist nun Standard, zumindest was die Lebens- und Erfahrungswelt unserer Kinder und Jugendlichen angeht. Um auch auf Seite der PädagogInnen die Thematik rund um die Neuen Medien stärker in den Fokus zu rücken, erschien mir die Möglichkeit des KidZ-Projektes überaus geeignet. Mit Klaus Zanetti konnte ich einen diesbezüglich methodisch und didaktisch sehr versierten Kollegen dafür gewinnen, im Jahr darauf folgte Koll. Hubert Ilg, IT-Verantwortlicher der Schule, mit einer Klasse nach.

Mit Freude sehe ich nach nunmehr knapp drei Jahren die Früchte der damaligen Saat wachsen und erlebe motivierte Jugendliche, die jegliche Scheu vor dem neuen Medium abgelegt haben und ihre digitalen und anderen überfachlichen Kompetenzen sinnvoll erweitern. Als Schulleiter schmunzle ich besonders über die Tatsache, dass auch das Kollegium immer mehr vom Kidz-Virus infiziert wird – ein Erreger, der garantiert keine Krankenstände nach sich zieht.

Was waren/sind Wendepunkte im KidZ-Projekt?

  • Ein großer Wendepunkt war im Rhamen der ersten Projektwoche. Die Kommunikation über den Blog und Kommentare haben für einen massiven Schub von Akzeptanz der Eltern bezüglich des Auftretens der Schülerinnen und Schüler im öffentlichen Raum Internet gesorgt.
  • Die Computerkabinette in direkter Nähe zu den Klassen haben etliche Lehrerinnen und Lehrer animiert, ihren Unterricht in Richtung der Gänge zu öffnen. Die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler wurde dadurch gesteigert und der selbstbestimmte Wissenserwerb durch die Lernenden wird im Schulhaus immer öfter sichtbar.
  • Die geliehenen Tablets vom Ministerium haben viel im Bezug auf die Eigenverantwortung der Schüler geändert.
  • Dadurch, dass es eine immer größere Selbstverständlichkeit für die Lernenden wird, sich und das Gelernte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, steigt das Selbstbewusstsein und das Bewusstsein dafür dass das Lernen ganz allgemein und die Arbeit in der Schule im Besonderen ein kooperativer Prozess im Team sein sollte.
  • Im Sprachunterricht helfen Avatarprogramme, Unsicherheiten schnell abzulegen und sich auch mit noch nicht perfekten Sprachkenntnissen an die mündliche Kommunikation zu wagen.

Was hat uns geholfen, im KidZ-Projekt gut arbeiten zu können?

  • österreichweite Vernetzung, vor allem in Präsenzveranstaltungen
  • offizielles Projekt half bei der Lukrierung von Geldern
  • Vernetzung mit österreichweiten Experten führt dazu, dass man gezielt Fragen stellen kann - persönlicher Umgang gegeben
  • Lehrer die bisher nicht in das Thema eingebunden waren, steigen zunehmend mit ein

Was waren/sind Stolpersteine im KidZ-Projekt?

  • Sehr viel Energie musste in die Argumentation gesteckt werden, um nach und nach die nötige Ausstattung zu bekommen
  • Phasen, in denen das Erlernen der neuen Methoden und Techniken das fachspezifische Lernen überlagert hat, erforderten Vertrauen in das eigene Konzept
  • Wie geht es weiter wenn der Tablet-Koffer zurückgegeben werden muss?

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