Coworking

von Thomas Fernsebner, M.A.

1483001438-coworking_im_gespraech-_was_ist_coworking-

 

I: So und herzlich willkommen zusammen, da sind wir live, die Technik spielt mit und wir sind pünktlich auf die Minute – sogar eine Minute VOR der Zeit eigentlich. Herzlich willkommen zur ersten Ausgabe von Coworking im Gespräch. An alle live Zuschauer: Ihr habt natürlich gerade den live Stream auf YouTube. An alle, die sich die Aufzeichnung anschauen: Wir haben das Ganze live aufgenommen, werden das auch bei weiteren Ausgaben so machen. Mehr dazu kommt gleich. Beim Thema Coworking fiel mir natürlich ein Gesprächspartner ein, den ich heute auch zu Gast habe: Willkommen Christian Cordes. 

 

B: Hallo Christan Müller. 

 

I: Trotz der beiden Vornamen – ihr merkt, die Nachnamen sind unterschiedlich. Christian und ich kennen uns aus dem Coworking Kontext und ich fand die Idee, regelmäßig über Coworking zu besprechen, ganz charmant. Christian, erkläre unseren Zuschauern doch gerade einmal, warum ich DICH zum Thema Coworking eingeladen habe und wer du bist. 

 

B: Ja, mein Name ist Christian Cordes, ich bin Coworking Space Manager im Schiller 40 in Wolfsburg, das ist ein kleines Coworking Space in Süd-Ost-Niedersachsen, bin in der Coworking Landschaft schon aber länger unterwegs und habe unter anderem auch die Coworking Konferenzen, die letzten drei – also in Wolfsburg, in Stuttgart und in Hamburg jetzt vor zwei Wochen – mit vorbereitet, und bin gleichzeitig Gründungsmitglied und Vorstandsmitglieder der German Coworking Federation. Das ist praktisch der Bundesverband Coworking, der sich zum Ziel gesetzt hat, das Thema Coworking in der Gesellschaft, aber auch in Organisationen, Politik weiter nach vorne zu bringen und so ein bisschen Basisarbeit und Aufklärungsarbeit zu leisten und natürlich auch für Fragen und Interessen der Coworking Spaces und der Coworking Nutzer natürlich da zu sein. 

 

I: Also ihr seht, liebe Zuschauer: Zum Thema Coworking definitiv eine Kapazität, der liebe Christian. Wir haben uns vorgenommen, als erstes Thema in Coworking im Gespräch – auf die Formatvorstellung kommen wir später – als erstes Thema uns einmal Definitionen von Coworking vorzunehmen, denn, korrigiere mich, Christian, aber aus meiner Sicht läuft aktuell unter Coworking noch sehr, sehr vieles, was kein Coworking ist, zumindest nicht im eigentlich Sinne. 

 

B: Ja, also ich sage einmal so: Der Begriff Coworking wird sehr breit definiert und sehr auch breit ausgewälzt in der Form, dass man schwer unterscheiden kann, gerade aktuell was ist richtig Coworking und was nicht richtig Coworking. Ich vergleiche das gerne immer so ein bisschen mit dem Begriff Wellness, dass viele Hotels auch sich Wellness-Hotel nennen, nur weil sie eine Sauna haben aus den 80er Jahren und vielleicht einen Whirlpool. Aber jeder Hotelgast hat eine ganz eigene Definition, eine ganz eigene Vorstellung davon, was ein Wellness-Hotel bieten muss und was in dem Fall nicht ein Wellness-Hotel ist. Und wir natürlich im Verband – aber auch auf der Konferenz oder überhaupt in der Coworking Landschaft in Deutschland – diskutieren natürlich auch: Wo sind die Unterschiede im Kontext von Coworking? Also was ist Coworking? Was kann Coworking leisten? Was ist aber definitiv vielleicht NICHT Coworking? Und wo unterscheiden wir uns von einem klassischen Business Center oder halt auch einer Bürogemeinschaft, die temporär oder vielleicht auch dauerhaft einfach einen Platz zu vermieten hat, um seine Kosten zu senken. 

 

I: Dann – Entschuldigung – lass uns das doch einmal direkt angehen. Wenn ich als sage ich einmal Neuling, der Coworking noch gar nicht kennt, in den Coworking Space komme, könnte für mich erst einmal der Eindruck entstehen: Das ist ein ich sage jetzt einmal Gruppenbüro, Großraumbüro, ich sage einmal ein Teambüro vielleicht, vielleicht auch mit einer Küche angeschlossen. Aber auf den ersten Blick war es das dann auch. Das heißt so sichtbare Unterschiede gibt es jetzt erst einmal NICHT, bei einem ersten Besuch. Was macht denn Coworking und einen Coworking Space tatsächlich aus im Vergleich zu Office Spaces und ähnlichem? 

 

B: Also ich glaube einer der größten Unterschiede ist das Thema Community und das ist das Thema Gemeinschaft, also das Bereitstellen einer Infrastruktur zum Arbeiten. Also ich sage einmal Stromanschluss, vernünftiges WLAN, Kaffee und einen ordentlichen Platz zum Sitzen – das unterscheidet uns kaum von einem Business Center oder ich sage einmal im weitesten Sinne auch Starbucks oder einer Hotellobby oder ähnliches. Der Mehrwert im Coworking liegt genau in dieser Gemeinschaft und in dem, was sage ich einmal an sozialer Interaktion und auch an gelenkter und gesteuerter Kommunikation und Interaktion in dem Coworking Space halt läuft. Das heißt der neue Coworker, der Interessent, derjenige, der in einen Space kommt, muss natürlich auch irgendwie in die Gemeinschaft integriert werden, muss ein Stück weit auch partizipieren können von dem, was das Coworking Space macht. Ob das halt von den Workshops und Events, die ein klassisches Space macht, ist, oder halt auch sage ich einmal an internen Fortbildungen und Workshops, ihn dort zu integrieren und ihn Teil einer Gemeinschaft werden zu lassen und nicht als anonymer Infrastrukturnutzer stehen zu lassen. Das ist die große Aufgabe eines Coworking Space Managers oder eines Community Managers, und darin liegt auch der Unterschied. Aus dieser Anonymität, zum Beispiel „Ich bin Max Mustermann, Designer, und nutze diesen Space für heute.“ ihn halt zu „Max Mustermann der Designer und ich habe diese und jene welche Kompetenzen und bin interessant für euch.“ zu werden. 

 

I: Das heißt du hast jetzt gerade schon eine Gemeinschaft angesprochen – die macht einen ganz, ganz großen Teil auch sage ich einmal der Atmosphäre aus. Das habe ich selber auch so erlebt. Ich nutze Coworking durchaus immer wieder einmal. Rein organisatorisch sage ich einmal ist aber der Unterschied auf den ersten Blick: Ein Coworking Space hat sowohl feste Tische als auch flexible Arbeitsplätze. 

 

B: Ja. 

 

I: Das heißt, ich kann auch einmal in Anführungszeichen spontan rein gehen und einfach ein paar Tage dort arbeiten. Es gibt in der Regel auch Rabatte für Studenten, die da oft auch ihre Bachelor und Master schreiben. Das heißt ein Coworking Space ist eigentlich ein offenes Konstrukt im Grunde. Jetzt gibt es natürlich Marken – ich bin jetzt einmal der Böse und nenne bewusst einen Namen: Regus ist so einer, der bei Coworking immer auftaucht – die sich selber AUCH als Coworking bezeichnen, rein organisatorisch auf den ersten Blick auch nicht so viel Unterschiede haben. Wo zieht ihr da auch die Grenze vom Verband aus? 

 

B: Naja, ich glaube, warum Regus auch in dem Google Ranking so weit oben liegt, ist eine Frage von Geld und Maßnahmen, die man schalten kann, um halt in dem Scoring hochzurutschen. Das, was Regus dort in Geld investiert, das investiert kein anderes Coworking Space, um so weit hochgelistet zu werden. Und ich glaube Regus, für mich persönlich ist Regus ein eher klassischer Business Space mit vielleicht Coworking Ambitionen. Aber das, was dort tatsächlich passiert, sind halt mehrere Team-Offices aneinander gereiht, was den Schwerpunkt von Regus ausmacht. Und es gibt halt auch eine Area (unv. ) Ausbaufläche für Coworking zu nutzen ist. Der primäre Fokus aber glaube ich aber bei den Business Parks liegt auf etwas anderem, und das, was man halt auch als Add Ons dazu buchen kann: Einen Sekretariatsservice, Faxservice, Schreibdienste, et cetera pp. Das findet man in einem klassischen Coworking Space eher nicht als Zusatzoption, die ich buchen kann. Und darin liegt für mich schon einmal ein ganz, ganz großer Unterschied. Das zweite ist: Ich glaube ein klassisches Business Center hat an seine Nutzerstruktur auch eine andere Anforderung, als ein Coworking Space. Also ein klassisches Coworking Space setzt halt sehr viel auf Gemeinschaft, auf Vernetzung, auf auch sage ich einmal Identifikation der Coworker mit ihrem Space, und wie auch ein einzelner Coworker, der jetzt zum Beispiel dauerhaft sich in einem Space eingemietet hat, sich mit der Institution seines Spaces und das, was dort passiert, auch auseinandersetzt und identifiziert. Und das ist bei einem klassischen Business Center, wo ich halt eine ganz klare Nutzung habe, temporär ein Office zu brauchen oder halt auch nur einen Workshop-Raum oder einen Meeting-Raum zu brauchen, eine vollkommen andere Voraussetzung. 

 

I: Jetzt könnten natürlich Leute, die von außen drauf schauen – ich meine mir selber ging es zum Teil am Anfang genauso – sagen „Naja, Coworking Spaces wie zum Beispiel der Startplatz in Köln“, den kenne ich jetzt, „oder auch das Betahaus Haus in Hamburg, die haben ja schon auch fest vermietete Offices, wo Start-up Unternehmen drin sitzen.“ Also die haben diese Team-Offices ja schon irgendwo. Gibt es da dennoch für dich einen Unterschied? Auch in der Haltung und in der Umgangsweise miteinander vielleicht? 

 

B: Ja, natürlich gibt es das im Startplatz und natürlich gibt es das auch im Betahaus und es ist auch nicht verwerflich oder schlimm, dass es das gibt. Aber wenn ich alleine ans Betahaus Hamburg denke und wenn ich unten rein komme, ist der erste Bereich klassisch offen und ich sehe dort wie in vielen anderen Betahäusern auch erst einmal Leute in einer Café-Atmosphäre mit ihrem Laptop sitzen und arbeiten als ganz großer Workspace und als ganz große Gemeinschaft. Ich glaube das Teambüro oder die Team-Offices sind immer zweitrangig gelagert. Klar macht es irgendwann Sinn, für das einzelne Team einen etwas privateren Raum zu haben oder auch eine andere Rückzugsmöglichkeit zu haben. Und wenn es dann in der gleichen Institution, wo sage ich einmal das Start-up groß geworden ist, diese Option halt auch gegeben ist, ist es natürlich schön, weil es auch gleichzeitig auch noch einmal die Identifikation mit den Menschen an dieser Institution halt zeigt. Ich glaube es wird dann kippen und es wäre für mich dann kein Coworking Space mehr, wenn es NUR noch einzelne Offices (unv. ) Teams oder (unv. ). Das hat für mich persönlich nicht mehr viel mit Coworking zu tun. Nur weil man sich vielleicht gemeinschaftlich im Meeting-Raum zum Mittagessen oder maximal an der Kaffeemaschine einmal trifft. 

 

I: Das heißt dir würde diese Gemeinschaft, dieses Community-Gefühl, dieser Zusammenhalt auch schon eine ganz, ganz große Rolle spielen dafür, was Coworking auszeichnet. 

 

B: Auf jeden Fall, weil das auch so ein bisschen das Herz ist. Also Coworking ist ja für mich persönlich mehr eine Bewegung und eine Haltungsfrage, wie ich arbeiten möchte. Und wenn ich alleine nur kucke, welche Synergien ich (unv. ) mit anderen zusammen in einem Coworking Space zu sitzen, mich auszutauschen, meine Ideen vielleicht noch einmal zu reflektieren und zu kucken, ob ich etwas verändern kann, die Interaktion, die halt beim gemeinsamen Kochen oder Essen geschieht oder sich halt aus dem Space hinaus zu bewegen, um ins nächste Café zu gehen und dort halt weiter zu quatschen. Das macht es halt aus. Und auch so ein bisschen/ Ich sage immer es ist ja manchmal auch wie so ein Markplatz: Leute kommen rein, fragen nach, Kunden von anderen Coworkern kommen. Also es ist immer so ein bisschen Leben drin. Und selbst wenn ich so eine geschlossene Tür hätte, auch wenn sie nur aus Glas wäre, in einem Team-Office, würde mir das an Transparenz und an Interaktion einfach abhandenkommen und für mich einfach unter dem Gemeinschaftsaspekt und unter dem Community-Aspekt halt nicht viel bringen. 

 

I: Das heißt, Coworking ist etwas, wo ich sage einmal jeder, der entweder als Freelancer, Student, oder sogar als Mitarbeiter im Home Office arbeitet, sich einmal anschauen KÖNNTE. 

 

B: Richtig. 

 

I: Für wen hat sich das Ganze denn aus deiner Erfahrung besonders bewährt und wem würdest du einmal einen Besuch in einem Coworking empfehlen? 

 

B: Ich glaube ich würde erst einmal grundsätzlich jedem einen Besuch in einem Coworking Space empfehlen, weil ich vergleiche das immer so ein bisschen mit etwas, was man zum ersten Mal isst. Also ich kann keinem Menschen erklären, wie ein Sauerbraten schmeckt, wenn er vorher nie einen Sauerbraten probiert hat. Und ich glaube, so ist es ein bisschen beim Coworking auch. Geht einfach einmal hin, testet es aus und entscheidet für euch selber „Ist das etwas? Ist das eine Form, wie ich arbeiten kann und möchte? Oder ist es das für mich nicht, brauche ich ein anderes Maß an Privatsphäre (unv. ) Ablenkung (unv. )?“ 

 

I: Ganz kurz, ganz kurz: Wiederholst du den Teil nach Privatsphäre bitte noch einmal? Die Verbindung hat sich gerade ein bisschen geweigert. 

 

B: Okay. Also man sollte es halt selber probieren, um halt festzustellen, ob Coworking etwas für einen ist, weil ich glaube die Bedürfnislagen bei jedem sehr unterschiedlich darin liegen, was das Thema Privatsphäre, Störung, Ruhe, Gemeinschaft und ähnliches angeht. Das kann man glaube ich nicht pauschal auf jeden Menschen herunter brechen, wie sein individuelles Verhältnis zu diesem Thema ist. Was ich schon glaube, ist, dass es für alle Gruppen von Freelancern interessant sein kann, die sehr viel mit dem Internet arbeiten oder halt auch natürlich mobil unterwegs sind und arbeiten. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass zum Beispiel Menschen, die eher so aus dem Call Center Bereich und sehr viel telefonieren, dass ein Coworking Space in einem offenen Arbeitsbereich halt nichts ist, weil sie letztendlich halt eine andere Form von Ruhe brauchen, und natürlich dann auch die anderen Coworker stören würden. Von daher flexibel, ausprobieren, Erfahrungen sammeln und für sich dann selber entscheiden, ob es geht oder nicht.  

 

I: Ist vielleicht auch ein Hinweis für die Arbeitnehmer in einem Home-Office-Lösungsverhältnis: So eine Sache wie Datenschutz ist auch noch eine Sache, die man mit dem Arbeitgeber in der Regel klären muss in einem Coworking. Es gibt halt Aufgaben, die jetzt nicht unbedingt im Großraumbüro erledigt werden können außerhalb des Unternehmens. 

 

B: Na klar. Und was halt auch dazu kommt, ist: Ich glaube für Unternehmen ist es halt auch interessant, ein Coworking Space oder halt auch die Räume des Coworking Space temporär für seine Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, weil man auch ein Stück weit eine Inspirationsquelle halt findet und auch noch einmal ich glaube/ das ist zumindest meine Erfahrung, was ich mit Unternehmen habe, die einen Coworking Space besucht haben, dass sie halt sagen „Unser Output ist noch einmal anders geworden, weil wir halt so viele externe Einflüsse haben und nicht immer nur in dem eigenen Saft schmoren oder halt in dem eigenen Ideenpool halt unterwegs sind.“ Und so ein bisschen sage ich einmal der Horizont sich erweitert. 

 

I: Aus eigener Erfahrung, weil ich auch mit Kunden schon einmal in Coworking Spaces gearbeitet habe, vielleicht noch da ergänzend: Ich habe auch ganz oft die Erfahrung gemacht, dass der Location-Wechsel zum einen und zum anderen halt, was du gerade sagst, die externen Einflüsse, also die Kontakte mit all diesen kreativ Arbeitenden in einem Coworking Space, enorm positiven Einfluss auf ein Team haben können. Und es gibt sogar Teams, die regelmäßig in Coworking Spaces gehen, einmal im Monat, einmal alle zwei Monate, weil sie einfach sagen „Diesen Input brauchen wir und diesen Ortswechsel brauchen wir auch einfach inzwischen.“ Also das kann sich sehr lohnen. So in Richtung Coworking weiter gehend: Du bist ja von der German Coworking Federation einer der Vorstände. Das ist ein sehr neu gegründeter Verein, den gibt es erst seit letztem Jahr. Sag uns doch bitte einmal so zwei, drei Sätze dazu: Was ist das für ein Verband? Warum ist es ein Verband? Und was habt ihr euch zum Ziel gesetzt. 

 

B: Also unter coworking-germany.org kann man schon unser Leitbild sehen. Wir sind, wie du schon gesagt hast, ein recht junger Verband und halt bundesweit auch aktiv, deswegen sind wir vielleicht nicht so schnell, was eine neue Webseite und ähnliches angeht, wie sage ich einmal ein kleiner Verein vor Ort. Das, was wir uns zum Ziel gesetzt haben, ist, wie ich eingangs schon sagt, das Thema Coworking halt noch mehr in die Gesellschaft zu bringen als mögliche neue Form der Arbeit, das Thema Coworking Spaces und was ein Coworking Space ist, halt in die breite Öffentlichkeit zu tragen und so als eine Aufgabe auf jeden Fall sage ich einmal so ein bisschen Information und Aufklärungsarbeit zum Thema Coworking zu leisten. Das zweite ist natürlich auch, die Coworking Spaces, die bei uns Mitglied sind, halt zu unterstützen und zu supporten. Das kann bei solchen Fragestellungen sein „Was ändert sich gerade in der großen Rechtsauffassung zum Thema Arbeitsplatz, Arbeitsplatzschutz?“ Es gibt dieses Thema Nahles Scheinselbstständigkeit und Freelancertum in Deutschland. Also da drüber halt auch zu informieren und so ein bisschen als Dachverband Informationen zusammenzusammeln und ein Stück weit aufzubereiten und zu komprimieren. Ein ganz großer Punkt ist die jährlich stattfindende Coworking Konferenz Deutschland, die Cowork, zu organisieren und halt ein Stück weit zu begleiten, was immer sehr, sehr viel Arbeit ist, so eine Deutschlandkonferenz zu machen. Oder im deutschsprachigen Raum besser gesagt, weil wir natürlich auch Gäste aus der Schweiz und aus Österreich mit dabei haben. Und ja, der Rest entwickelt sich gerade. Also ich glaube wir haben auch das Thema Workshops und auch das Thema Veranstaltungen außerhalb der Coworking Konferenz mit auf der Agenda. Aber ansonsten sind wir ein sehr demokratischer und gerade noch wachsender Verband, der, ja, jetzt gerade anfängt, sage ich einmal, aus der Geburtsphase raus zu kommen und anfängt, laufen zu lernen. 

 

I: Genau. Deswegen spare ich mir auch die Fragen nach der Anzahl der Mitglieder oder so etwas, eben weil ihr noch im Wachstum seid und weil das glaube ich bei jedem Verein in den Frühphasen einfach schwierig ist, das so wirklich zu beantworten, zumindest meiner Erfahrung nach. Lass mich aber gerade noch einmal einhaken, um auch den Zuschauern und Zuhörern – wir spielen das Ganze ja später auch als Audiopodcast aus – noch so ein Gefühl dafür zu geben, nicht nur, was der Verband macht, sondern auch, was sie hier im Format erwartet. Wir haben ja gesagt, wir wollen monatlich uns auf jeden Fall zusammensetzen. Eines der Themen wird immer auch so Geschichten sein: Was macht der Verband? Welche Veranstaltungen gibt es gerade im Bereich Coworking? Welche Themen sind gerade aktuell? Es gab die Cowork 2016 jetzt vor kurzem in Hamburg. 2015 war sie in Stuttgart, 2016 war sie jetzt in Hamburg. Kannst du uns einmal ganz kurz einen Rückblick und einen Einblick geben: Wie war die Veranstaltung und was für eine Wirkung hat die Veranstaltung denn gehabt und welche soll sie auch weiterhin haben? 

 

B: Also die Cowork 2016 in Hamburg war vom 11. bis zum 13. März und die ist eigentlich traditionell immer so aus zwei großen Bereichen geprägt. Das eine ist das Coworking Barcamp am Samstag, wo praktisch wie bei einem klassischen Barcamp die Themen, über die wir sprechen wollen und zu denen wir arbeiten wollen, aus den Teilnehmern selbst kommen und praktisch einfließen. Dort haben wir darüber gesprochen über das Thema Definition von Coworking, was kann Coworking leisten, das Thema Coworking und Schule, wir haben das Thema digitales Nomadentum auf der einen Seite. Wenn ich als Freelancer halt von Space zu Space wandere, was sind da meine Anforderungen? Wir haben über Software, über technische Fragestellungen diskutiert, aber halt auch das Thema Coworking auf dem Land oder halt auch Coworking im Ausland, in anderen Ländern dieser Erde, und haben praktisch dazu halt in dem Barcamp gearbeitet. Da gibt es auch einen kleinen Videoclip, den man auf unserer Seite sehen kann, der glaube ich noch einmal ganz gut auch so die Stimmung und die Themen und die Emotionen der Konferenz einfängt. Wir haben am Freitag und am Sonntag halt Keynote Speaker gehabt. Neben Carsten Foertsch, der immer uns abholt aus der Coworking (Survey? ), also der Frage der Studie, sage ich einmal, über: Wie sieht Coworking in Deutschland oder halt auch weltweit gerade aus? Welche Zahlen und Daten hat er in seiner Studie aktuell erhoben und was kann man für Ableitungen daraus ziehen? Das war das eine Thema. Und das zweite Thema am Freitag, was sehr spannend war, war die Kombination Finanzierung, gerade an dem Kontext von Crowdfunding und Coworking. Da hat Markus Sauerhammer von Startnext einen tollen Vortrag gehalten über Beispiele, wie Coworking Spaces auch Crowdfunding Kampagnen initiiert haben und was man dabei bedenken muss. Das gab es am Samstag dann noch einmal als Session Thema im Barcamp. Und am Sonntag haben wir uns da drüber unterhalten, was Coworking und Travel angeht, also Coworking im Kontext von Reisen. Dort waren Matthias (Name ), der das Coworking Camp jährlich organisiert und auch Samantha Wolf, die in St. Gallen an der Universität der Hochschule eine Masterarbeit glaube ich ist es zum Thema Coworking und Travel oder Coliving und Covacation halt schreibt und hat uns daraus noch einige Informationen halt wiedergegeben, was ihre Erfahrungswerte ihrer Umfragen und ihrer Studienergebnisse sind. 

 

I: Das heißt ein sehr breites Programm rund um Coworking, aber auch verwandte Themen, sage ich einmal. 

 

B: Ja. 

 

I: Und – korrigiere mich, so mein Eindruck – auch über die gesellschaftliche Bedeutung von Coworking so in der Breite, bis zu einem gewissen Grad. 

 

B: Ja. Ja, wir hatten auch sehr viele/ also es war auch jemand von Regus da, es waren auch Unternehmensvertreter und Corporates da, die sich für das Thema interessiert haben, mit dem Blick sage ich einmal eher aus diesem – ich mag das Wort immer nicht – arbeiten 4.0 Brille sage ich einmal da drauf zu kucken: Wie verändert sich die Arbeitswelt von morgen? Die waren halt auch Teilnehmer und haben auch sehr rege halt mit diskutiert. Und wenn man sich so den Teilnehmerkreis ankuckt, war es tatsächlich total bunt gemischt vom Coworker bis zum Coworking Space Betreiber, aber halt auch Leute, die im Rahmen ihres Studiums da drüber schreiben. Wir hatten einen Möbelhersteller, der sich mit der Fragestellung von Arbeitsplatzergonomie beschäftigt. Es war tatsächlich eine relativ bunte Gruppe, die dort zur Konferenz zusammengekommen ist. 

 

I: Dann lass mich hier noch kurz abschließend so ein bisschen einhaken. Wir haben jetzt den Verband uns angeschaut, was Coworking ist, wie die Cowork gelaufen ist. Wir wollen uns noch ganz kurz ankucken, was wir mit dem Format hier tun. Wir haben gesagt, klar: Aktuell informieren. Das findet man aber sicherlich auch auf Twitter und auf eurer Webseite. Wir werden hier auch Interviews und Co haben, da haben wir im Vorfeld schon einmal darüber gesprochen. Das heißt, wir werden ja auch Gesprächspartner aus dem Coworking Umfeld haben. Was können die Zuschauer und Zuhörer sich denn erwarten von dem Format jetzt hier in den nächsten Monaten? 

 

B: Also wir werden in der Zukunft halt, wie du schon sagst, unterschiedliche Gesprächspartner haben von Coworkern bis Coworking Space Betreiber, aber auch Menschen, die sich halt sage ich einmal aus einem Hochschulkontext mit dieser Fragestellung auseinandersetzen. Also recht bunt rund um das Thema Coworking und vielleicht auch Coliving halt Gesprächspartner zu finden, die mit dir gemeinsam dieses Themenfeld sich weiter erschließen und, ja, ein bisschen Licht ins Dunkel bringen für einige, die sich noch nicht so mit dem Thema auskennen. 

 

I: Ja, das ist die Idee: Information, so ein gewisser Aufklärungscharakter vielleicht. Du wirst einen Teil/ oder ihr vom Verband werdet einen Teil der Gesprächspartner aussuchen. Ich bin mir recht sicher: Wenn jetzt Leute zuschauen – sei es in der Aufzeichnung, sei es live – die da Interesse haben oder Leute mit Expertise kennen, dürfen sich gerne bei dir oder mir melden und wir schauen uns dann an, wen wir gerne noch integrieren. 

 

B: Na klar. 

 

I: So, in diesem Sinne, Christian, sage ich dir schon einmal ganz herzlichen Dank. Ich würde sagen wir sind am Ende der erste Ausgabe Coworking im Gespräch angekommen. Wenn ihr das – noch einmal der Hinweis – jetzt im Audiopodcast hört, denkt bitte dran: Es ist ursprünglich ein (unv. ) on Air, ein Live-Stream. Alle YouTube Zuschauer, die jetzt gerade auch die Aufzeichnung sehen, neben den Zuschauern, die wir live hatten: Wir würden uns über Feedback freuen, Kommentare von euch, Hinweise, was ihr gerne sehen und hören würdet, was ihr euch vorstellen könnt, vielleicht auch Events, die ihr gerne einmal gecovert sehen würdet. Wir schauen uns an, was geht. Und ich freue mich auf das nächste Gespräch, Termin geben wir rechtzeitig bekannt und wir werden auch das Event auf YouTube live vorplanen. Christian, dir ganz herzlichen Dank und du hast noch einmal ein Schlusswort. 

 

B: Ja, auch danke an dich Christian. Und ja, wir freuen uns auf jeglichen Kontakt, Feedback. Wenn ihr Fragen habt – scheut euch nicht, uns anzuschreiben, zu mailen. Uns findet ihr auf unterschiedlichsten Kanälen, Twitter, Facebook und Co. Meldet euch, wir sind gespannt auf das, was kommt. 

 

I: Genau. Liebe Zuschauer, liebe Zuhörer, danke für (unv. ) Aufmerksamkeit. Bis zum nächsten Mal und tschau zusammen. 

 

B: Tschau! 

 

 

 

 

Feedback

*