Coworking

von Thomas Fernsebner, M.A.

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I: So. Ja. Danke, dass ich da sein darf.  

 

B: Gern.  

 

I: Ich bin auf diese aufmerksam geworden über das Co-Working Space, ich erzähle das mal kurz so, mich hat das immer interessiert, wie E-learning funktioniert und auf der anderen Seite hab ich den Klassenunterricht gekannt und dann hab ich halt gesehen, es gibt aber auch so unterschiede zwischen dem wie Leute sich Wissen aneignen und dann gab es einmal in einer der Vorlesungen das Thema 70-20-10-Regel. 70 Prozent wo man also Job lernt, die 20 Prozent informell und die 10 Prozent formal im Unterricht. Und dann bin ich neugierig geworden, hab ich mir gedacht, wenn das meiste sowieso passiert in der Arbeit und im Austausch mit Kollegen, dann bin ich irgendwann einmal auf so ein Thema gekommen im Radio, ah, jetzt gibt es da so ein Co-Working Space in Kempten, Gründervilla hat das geheißen, das hat mich dann näher interessiert und dann hab ich mich mit dem Thema beschäftigt und dann hab ich gemerkt, da gibt es ganz viele neue Bewegungen und dann hab ich mir gedacht, also, wahrscheinlich passiert oder das war so eine Annahme, dass über die reale Begegnung oft mehr passiert wie nur über dieses ganze, also, man meint ja E-learning wäre alles oder über die Medien, aber man sitzt meistens alleine da. Und da muss es noch etwas anderes geben und das ist eigentlich der Einstieg. Und bisher hab ich so erfahren von den Damen, die wo ich jetzt da in Erfurt interviewt habe, die haben gesagt, dass ja, einfach die Sichtweise von den Kollegen oft ganz spannend ist. Wenn der Kollege sagt, er hat eine andere Idee, dann kommen die oft schon wieder weiter in ihrem Projekt.  

 

B: Ja, genau. Das stimmt auch so. Sicher. Das ist auch ein großer Vorteil von Co-Working Spaces, dass man Feedback kriegt von den anderen Leuten. Aber das hat man sonst, wenn man in einer Firma ganz normal angestellt ist, hat man das auch. Wenn man selbstständig ist und alleine daheim sitzt, dann hat man halt gar keine Ansprache. Das ist ja eigentlich mehr der Normalzustand sozusagen.   

 

I: Ja, aber ist das nicht so, dass bei einer Firma, weil es lauter gleiche sind, immer der gleiche Blick oder ich denke mir jetzt lauter Buchhalter beieinander hocken, da tut sich nicht so viel (?, unv., Dialekt) und daherinnen hat man eine bestimmte Mischung.  

 

B: Das stimmt. Ja sicher, lernt man etwas anderes aus einem anderen Blickwinkel oder so. Aber der Unterschied ist jetzt nicht so groß wie daheim sitzen und gar keine Ansprache haben und in einem Büro sitzen mit anderen.  

 

I: Ja. Nein, ich sage mal, die interessante Idee wäre jetzt nur mal, wenn eine Firma jetzt auch mal mischen würde, Mitarbeiter untereinander von den verschiedenen Abteilungen, hab ich mir jetzt eigentlich gedacht, weil im Moment ist es doch so, dass die Firmen zum Beispiel jetzt die Personalabteilung hat lauter Personaler beieinander, die Buchhaltung hat lauter Buchhalter beieinander. Das kann natürlich auch synergetisch und produktiv sein, aber anderweitig hab ich mir gedacht, da /  

 

B: Auf großartige, neue, kreative Ideen wird man dadurch nicht kommen, aber braucht man dann vielleicht auch nicht als Buchhalter.  

 

I: Und wie bist du jetzt darein gekommen, da in das /  

 

B: Ich hab das aktiv gesucht. Ich war selbstständig und hab von daheim aus gearbeitet. Hab am Anfang hab ich Kundenprojekte gemacht, also programmiert, Webseiten programmiert für Kunden und das war eh kein Problem, weil da war ich immer wieder bei Kunden und war eh unterwegs. Und dann hab ich irgendwann mein eigenes Projekt angefangen, wo ich eigentlich überhaupt keinen persönlichen Kontakt hab, sondern nur per E-mail und schriftlich und dann ist mir irgendwann die Schar (?) der Decken auf den Kopf gefallen und dann hab ich mir gedacht, eigentlich so etwas wie eine Bürogemeinschaft oder so wäre schon gut, dass man irgendwo hingeht und dass man auch zwischen Freizeit und Arbeitszeit überhaupt eine Unterscheidung hat. Wenn man jetzt alleine daheim arbeitet und wie ich an einem Online-Projekt, na ja, das ist halt alles das gleiche irgendwie, am Abend weiß ich gar nicht mehr oder hab ich gar nicht gewußt, hab ich jetzt eigentlich viel gearbeitet oder wenig gearbeitet oder überhaupt was gearbeitet. Aber wenn ich ins Büro gehe, dann bin ich da fokussiert, arbeite ich und dann gehe ich heim und dann hab ich frei. Das war die Idee. Ich hab das aktiv gesucht und hab mir extra was gesucht. Was gibt es? Und dann hab ich irgendwo gelesen, dass sowas aufgebaut wird, wie das halt und dann hab ich mich dann gleich gemeldet und hab ich eh noch warten müssen bis das fertig gebaut worden ist sozusagen oder umgebaut worden ist. Und da war ich halt bei dem Projekt dabei von Anfang an.   

 

I: Interessant, das hab ich nämlich auch. Also, ich arbeite auch alleine im Büro und bei mir ist es jetzt so, ich muss jetzt so Kurse vorbereiten und dann, wenn ich da sitze, dann denke ich mir manchmal, du bist gar nicht produktiv, weil ich mich oft verliere in Sachen. Wenn ich jetzt ein Arbeitsumfeld hätte mit Kollegen, die wo ich sehe, die wären auch beim arbeiten, das geht vielleicht jetzt auch noch in eine andere Richtung, weil wenn ich alleine arbeite, dann verliere ich mich oft in Themen und dann recherchiere ich nach und dann denke ich, Mensch, da hast du jetzt einen ganzen Tag wegen so einem banalen halben Brief umeinander oder irgend einem kleinen Thema, wo du normalerweise in deiner früheren Arbeit vielleicht eine Stunde dafür hättest brauchen dürfen. Ist das dir auch so passiert, dass dir manche Themen, dich dann verloren hast aufgrund von dem, dass da keine Struktur mehr war?   

 

B: Schon, aber mehr oder weniger kann mir das jetzt auch noch immer passieren und passiert mir das auch manchmal, dass ich anfange zu recherchieren und dann interessiert es mich und dann tu ich da länger mal rum. Die anderen Leute halten mich davon jetzt nicht wirklich ab, dass das passiert. Weil die wissen ja nicht genau, was ich jetzt mache. Ich meine, wenn ich was recherchiere, dann recherchiere ich was.  

 

I: Ja. Klar. Ist schon klar. Ich meine, das wäre ja in der Arbeit das gleiche. Aber ich hab mir dann oft gedacht, in der Arbeit hast du einen bestimmten Produktionsdruck, da ist ja der Produktionsdruck das selbstgemachte.  

 

B: Ja, genau. Aber das verändern die anderen Leute nicht. Was aber schon sich verändert ist, wenn man das Gefühl hat, rund um einen sind die Leute am Arbeiten, dann ist man so schon motivierter, dass man selber auch was tut und nicht irgendwie herumsurft in Facebook oder so irgendwas.  

 

I: Jetzt bist ja du im Unternehmerbereich ganz aktiv, weil, sage ich mal, das was du machst, geht ja auch in Richtung E-learning, sage ich mal.   

 

B: Ja, das hat was mit learning auch zu tun. Vokabeln.  

 

I: Letztendlich wahrscheinlich jeder, der wo mit dem Web irgendwie arbeitet, möchte eine Botschaft irgendwie ausstrahlen und das didaktisch irgendwie aufbauen, dass man damit zurechtkommt. Soll ja nicht verwirrend sein, aber der Punkt hab ich mir jetzt gedacht bei dir, wenn man das dann nachschaut deine Seite, das muss ja einer gewissen Didaktik folgen und so weiter. Hilft dir da der Space was?   

 

B: Es hilft mir insofern was, dass ich, wenn ich mir etwas überlege, dann kann ich das irgendwelchen Kollegen erzählen, was mir da einfällt oder das Problem oder man redet ja ein bisschen mit den Kollegen oder, ja? Und eigentlich sind viele Leute sehr motiviert, dass sie dann sagen, ja und das kannst du machen und das kannst du machen, also, das Ideen geben sozusagen. Also, einfach weil man halt die Leute trifft und sowieso ein bisschen plaudert oder so, dann sagt man halt, ja, ich tu gerade das und das und das Problem hab ich gerade oder so. Da kommt schon viel Input.  

 

I: Also, praktisch die schauen sich das dann auch an, das Produkt oder was oder /  

 

B: Die schauen sich das, ja oder verwenden das zum Teil auch oder man zeigt es ihnen halt oder man ist sich nicht sicher, soll ich das jetzt so gestalten oder so gestalten, zeige ich die beiden Sachen her oder öfters kommt ein Grafiker und sagt, schau ich hab jetzt die und die Designs gemacht, was ist für dich strahlt mehr Seriosität aus zum Beispiel oder irgendwas und so haben sie gleich mal ein erstes Feedback von Leuten.  

 

I: Und ist das dann so praktisch wie so eine Art Beta-Tester dann, dass die gleich am Anfang einmal da versuchen die mit zu testen da die Software oder was oder /  

 

B: So weit geht es nicht. Weil Beta-Test wäre schon noch intensiver oder so. Gibt es auch, dass man sagt, ja, kannst du mir nicht helfen, aber das passiert, wenn man wirklich einen Gefallen da will. Weil so Beta-Test und so das ist schon aufwendig, zeitaufwendig.  

 

I: Was mir noch so ein bisschen im Kopf ist, sag ich mal, es ist ja so, sag ich mal, es gibt ja Felder, wo ich sag mal, im E-learning-Bereich tätig sind, in was für einer Form auch immer. Ich sag einmal, Baumgartner definiert ja das E-learning im Prinzip als technologieunterstütztes Lernen, da gehört alles dazu, von der App bis zum klassischen E-learn-Programm. Und jetzt stelle ich fest, dass das in der Szene auch ganz viel mit zu produzieren ist und auch gemacht wird, aber zugleich, sage ich mal, die Szene ganz anders funktioniert. Also, ich glaube nicht, dass oder täusche ich mich da, dass so viele Leute, sage ich mal, vor dem Netz hocken und da versuchen zu lernen, sondern die brauchen auch die Gemeinschaft irgendwie. Das kristallisiert sich so bei mir so ein bisschen raus, dass ich überall noch Leute brauche, die wo ich fragen kann.  

 

B: Ja, bei mir ist halt das Thema Sprachen lernen und Sprachen lernen, ja, das eine ist, ja gut, es gibt verschiedene Lerntypen auch natürlich. Bei mir ist es halt so, ich brauche eine Motivation, um eine Sprache zu lernen, weil ich wen kenne, der die Sprache spricht oder weil ich in ein Land gehe oder Urlaub oder sonst irgendwas. Und dann kann ich schon rein nur am Computer lernen oder so oder ich lese ein Buch auf Spanisch zum Beispiel und jetzt was ich nicht weiß, das schlage ich nach in meiner eigenen App und tue es in die Vokabeltrainer-Listen einfügen und wenn ich dann / meine App ist so Part das ist so Wörterbuch, aber es ist auch Vokabeltrainer und man kann Wörter, die man nachgeschaut hat in die Vokabeltrainer-Liste einfügen, wenn ich dann bei der U-Bahn-Station stehe oder irgendwie fünf Minuten Zeit habe oder so, dann kann ich mit dem Vokabeltrainer mit der App das abarbeiten und nochmal in Erinnerung rufen.  

 

I: Und die Verbindung da jetzt zum realen Leben, weil du sagst, wenn du bei rot anstehst oder so weiter, das wäre halt schon gewagt, wenn ich behaupten würde, das könnte auch zum Beispiel auch sozusagen durch die Gamevielfalt kommen, dass man sagt, das darf nicht Face-to-Web-Interface sein, sondern auch so ein Stück weit im Kontext, sage ich mal, mit Leuten außen rum passieren. Weißt du was ich meine?  

 

B: Ja. Aber da gibt es Plattformen, die da viel weiter gehen natürlich. Also, ich betreibe jetzt ja nur ein Wörterbuch mit einem Vokabeltrainer dabei. Also für den Endnutzer und für den Anwendungsfall ein sehr simples Tool eigentlich.  

 

I: Ja, ich hab bei / kennst du das, Education First?  

 

B: Nein.  

 

I: Von English Town, heißt das. English Town und da hab ich versucht, mein Englisch zu verbessern oder wieder gescheit zu lernen, aber ich bin gescheitert an meiner intrinsischen Motivation. Weil, ich sag mal, da war ständig der Druck da, ich soll halt irgendwas machen und so, aber es gibt keinen Tutor, der wo irgendwann mal sagt, pass mal auf, du musst ein bisschen was tun. Sondern man muss sich selber intrinsisch motivieren und es war schweineteuer, schweineteuer, weil wir wollten nur einen Tausender zahlen, aber ich hab in Endeffekt noch viel mehr gelöhnt (?). Irgendwann einmal hat mich das genervt das Thema, weil es mir immer im Nacken gehangen ist irgendwie und statt so im Studium ist das so da hat man bestimmte Aufträge und da hat man mal wieder einen Betreuer, der sagt, du musst mal wieder was tun. Also, ich brauch schon von extern auch ein /  

 

B: Ja, aber da hat man ja erst Recht auch genau wieder wen im Nacken. Es ist ja auch unangenehm.  

 

I: Ja, aber da sag ich mal, bei dem Tool war es so, da musst du selber, da hast du nur das im Nacken, dass das verfällt und dann hast du das umsonst gezahlt.  

 

B: Ja, aber das ist doch auch eine Motivation halt.  

 

I: Ja, also bei mir war es eher eine Blockade. Also, das hat mich damals ein bisschen gewundert, dass ich damit nicht mehr gelernt hab, also ich hätte mir sogar einen Sprachlehrer, einen Englischlehrer, na ja, aber das führt ein bisschen am Thema vorbei. Wenn du jetzt sagst, du hättest jetzt kein Co-Working Space gehabt, hättest du dann dich anders entwickelt?  

 

B: Das ist eine gute Frage. Ich glaube nicht, dass jetzt meine Arbeit in meinem Fall, glaube, hätte sich nicht so stark geändert. Aber meine Motivation wahrscheinlich schon, also, weil irgendwann hätte ich mir gedacht, nein, so taugt mir mein Leben nicht, wenn ich den ganzen Tag nur alleine daheim sitze oder so. Also, ich hätte mir auf jeden Fall irgendeine Art von Gemeinschaftsbüro gesucht. Das hat ja früher auch schon Gemeinschaftsbüros gegeben, wie es noch nicht Co-Working Space geheißen hat.  

 

I: Ja, das glaube ich auch. Also, ich glaube, dass es schon irgendwelche / Mit meinem Schwager hab ich mich auch zusammengehockt in einem Büro am Anfang. Das Problem war einfach aber, der hat seine Tür hinter sich zu gemacht. Und jetzt hab ich wieder einen eingemietet, mit so ein Doppelbüro, dann macht der wieder seine Tür hinter sich zu und dann sage ich, du, das ist eigentlich nicht, was ich mir vorstelle mit einem Gemeinschaftsbüro, weil jeder will sich praktisch abkapseln, aber jetzt wird das auch schwierig.  

 

B: Das wird jetzt schwierig, weil es gibt ja Gemeinschaftsbüros, hat es ja auch früher gegeben mit vier, fünf Leuten oder so irgendwas. Und da ist es halt schon öfters so, dass du wen hast, der gerade zufällig Zeit hat oder mit dem du was besprechen kannst oder so. Da sind es halt noch mehr Leute, aber, ja, es sind halt nicht jeden Tag jeder da.  

 

I: Ja, aber so jetzt was du machst jetzt, dass du einfach mit anderen dann auch sozusagen mal gezielt sag ich mal vereinbaren daherinnen. Wenn du jetzt sagst du brauchst jetzt jemanden mal, dann fragst du die schon oder bist du heute mal da oder /  

 

B: Bin ich jetzt nicht so der Typ für das, sondern, ja manchmal also, ich frag halt meinen Kollegen, der neben mir sitzt, ob er da ist heute, dass wir gemeinsam Mittagessen gehen und dann reden wir halt auch über so Arbeit und Privatsachen zum Teil. Aber ich bin jetzt nicht der Typ, der sagt, ich brauch jetzt, wenn der mir bei irgendeiner Fragestellung hilft oder so, grundsätzlich mag ich das eh alles alleine lösen und ich komme dann eh darauf, ob es gut oder schlecht ist. Für das brauche ich den Co-Working Space eigentlich nicht.  

 

I: Na ja, letztendlich, sag ich mal, ist es eine Sache, wenn man sich, sag ich mal, motivieren kann, aber wenn man dann mal in eine produktive Phase geht, ist das dann oft auch zu viel trouble daherinnen, hab ich mir auch schon mal gedacht. Also, ich bin dann oft so, ich brauch dann eine gewisse /  

 

B: Nein, hab ich nicht das Problem. Also, manchmal, was halt bei uns vielleicht manchmal ein Problem ist, wenn zu viele Leute gleichzeitig telefonieren rund um mich, dass ich mich dann schwer konzentrieren kann. Oder neben mir der eine telefoniert, dann hört der auf, dann telefoniert der andere, na ja, okay. Also, ja, in dem Fall kann man halt dann einen Kopfhörer aufsetzen und sich abkapseln.  

 

I: Also, das geht auch mit Kopfhörer?  

 

B: Ja. Und es gibt auch genug Leute, die immer wieder mal mit Kopfhörer dasitzen oder so, weil 

sie sich jetzt konzentrieren müssen auf ihr Ding und nicht ständig irgendwie von außen beschallt werden wollen.  

 

I: Jetzt geht es nochmal ums Lernen. Ich denke mir einfach so, dass Lernen im Co-Working Space oder anders gesagt, mein Studiengang beschäftigt sich ja mit E-Learning und wie Wissen irgendwie auch vermittelt wird. Ich werde immer gefragt, wenn ich gerade jetzt über das Thema Co-Working Space, über E-learning ankomme, dann sage immer, ja, weil mich interessiert eigentlich der Zusammenhang zwischen dem, was man sozusagen am Bildschirm lernt und was man über die Menschen lernen kann. Und wir haben vorher drüber geredet, da an der Kaffeebar, da haben wir gesagt, es braucht einfach irgendwie eine Begegnung, weil sonst kann keine Bildung passieren. Jetzt hast du noch vorher gesagt, du brauchst bei einer Sprache auch erstmal irgendwie eine Begegnung, brauchst Motivation, ein Land und so weiter. Und ich hab mir jetzt gerade gedacht beim Co-Working Space da kann ich motiviert werden was zu lernen, wo ich mich dann wieder vertiefen kann zum Beispiel in E-Learning, aber gleichzeitig ich auch wieder in die Anwendung kommen muss. Und da denke ich mir, weil das ist ja so eine Laborsituation, wo man sozusagen so was wie motivieren könnte, aber ich weiß nicht, ob ich da jetzt auf einem morschen Dampfer bin, also, das ist so eine /  

 

B: Was ist die Frage?  

 

I: Die Frage wäre jetzt: Inwieweit kann E-Learning und Co-Working Space so kombiniert werden, dass es auch Sinn macht?   

 

B: Aber ich verstehe jetzt nicht, was E-Learning und Co-Working Space zum / also, was ist da ein Beispielsanwendungsfall oder so?  

 

I: Na ja, zum Beispiel, wenn ich von einem blended learn setting ausgehe, dann ist es ja praktisch, da brauche ich ja auch ein Klassenzimmer und ich brauche halt mal die Leute, die wo untereinander arbeiten. Aber da ist es auch wieder so, dass zum Beispiel vorn der Lehrer steht und der macht den klassischen Frontalunterricht oder einen Vortrag, während jetzt in einem Co-Working Space, da gibt es keinen Vortrag. Da ist mehr Labor /  

 

B: Also, dass man quasi in einem Co-Working Space ein Schüler für E-Learning ist oder so? Oder?  

 

I: Ja, zum Beispiel, aber ich sage jetzt, man lernt hier ja nicht gerade jetzt über den Austausch, hey, wie machst du das und so weiter, sondern man hat jetzt zum Beispiel sein eigenes Projekt und stößt dann an eine Grenze und zum Beispiel jetzt, weil ich irgendwo über Medien was lernen muss und muss mich vielleicht in ein neues Tool einarbeiten, was ja auch e-Learning ist im eigentlichen Sinne. So. Und jetzt hab ich einen Kollegen, der hilft mir dabei. Im klassischen Unterricht und Studium kann ich das auch nicht machen, weil ich bin ja da für die Vorlesung. Also, da scheitert auch dann das blended learning-Konzept. Im Co-Working Space wäre das für mich der Idealfall, dass ich sage, ich komme heute rein und kann immer jemanden fragen, weil ihr so eine große Bandbreite habt.  

 

B: Das stimmt, aber die Bandbreite von den Leuten, die da sind, ist halt sehr groß und sehr unterschiedlich und dass man da jemanden findet, der sich genau mit dem Programm auskennt, das man gerade selber braucht wieder eher unwahrscheinlich. Also, es gibt Programme wie Photoshop, was irgendwie viele brauchen oder Office, ja, da kann man leicht einen fragen. Wenn du jetzt irgendein spezielles, spezialisiertes Lernprogramm hast oder so, dann kann man vielleicht jemanden Fragen, ich kenne mich da nicht aus, findest vielleicht du das raus oder so, aber der hat das ja auch noch nie gesehen vorher.  

 

I: Ja, Schon klar. Ich meine, mich hat es ja nur mal interessiert, wenn die Leute unterschiedlich zusammenkommen, ob man dann dadurch nur über den Zufall lernt oder einfach auch gezielt. Wenn ich jetzt zum Beispiel ein E-Learning aufbauen würde, dann hab ich einmal sozusagen, wie du vorher gesagt hast, das Feedback über die Kollegen und dann das andere Mal, wenn ich selber irgendwo was lernen muss, weil ich halt gerade etwas brauche für mein berufliches Fortkommen, sage, ich muss mir ein neues Tool aneignen, ob ich dadurch einfach durch den Vorteil, dass ich im Space so einfach das hab. Da gibt es Leute, die können mir in dem Bereich helfen, also und das muss ja nicht unbedingt einer sein, der wo vielleicht jetzt vom Fach ist, aber der schaut einmal drauf und sieht sofort den Button, wo es weiter geht.   

 

B: Ja, das kann durchaus vorkommen. Ja. Aber es ist ja trotzdem ein bisschen auch Glückssache auch oder Zufall, dass man halt je nachdem mit welchen Leuten man zusammenkommt.  

 

I: Ja. Na gut. Ich glaube, dass wir dann schon fast, also, dass ich so das meiste gefragt hab, weil sag ich mal, die Sachen, was ich fragen wollte einfach, wie es dir damit gegangen ist, weil also ich fasse für mich so zusammen, du hast eine Motivation gebraucht mit Kollegen zu arbeiten und diese Motivation war für dich halt wichtig, dass du sagst, dass du unter Leute kommst und aber nicht vorrangig, dass du deine Produkte testen kannst oder so, sondern /  

 

B: Genau. Das ist eher allgemein, dass man über Sachen reden kann und nebenbei kommt schon ein bisschen was vom Produkt vor, wo man sich gegenseitig hilft, aber das ist ein positiver Nebeneffekt für mich gewesen und nicht der Hauptgrund, sondern der Hauptgrund war, dass ich halt unter Leuten und in einer Arbeitsumgebung sein wollte und nicht immer nur daheim.  

 

I: Und das Wissen wie das daherin, sag ich mal, Energie entsteht, dann sagt einer, ich krieg da ganz viel Wissen mit, manche sagen ja sowas, das ist nur noch Power, wow, daherinnen oder so, aber ist nicht so, oder? Ist das so oder wie, wenn man halt sonst unter Leuten arbeitet, also, wenn man jetzt sagt, wie wenn man im Kaffeehaus ist oder was oder /  

 

B: Nein, es ist schon was anderes wie im Kaffeehaus. Da hast du ja mit den Leuten jetzt nicht direkt einen Kontakt, du siehst ja die Leute ja nicht immer wieder. Da sieht man die Leute immer wieder und man lernt die Leute kennen und man weiß, okay, wo kennt sich der aus zum Beispiel auch, wo hat der seine Stärken und dann weiß man schon irgendwie, wenn ich jetzt ein Problem in die und die Richtung hab, dann gäbe es den und den, den ich fragen könnte oder so. Das ist schon ein großer Vorteil vom Co-Working Space gegenüber einem Kaffeehaus oder so.  

 

I: Ja, weil ich hab mal gehört, die kommt ursprünglich aus dem Kaffeehaus, ich weiß zwar nicht, ob das stimmt.  

 

B: Was?  

 

I: Co-Working kommt aus der Kaffeehaus-Mentalität heraus, dass sich da welche Leute immer wieder getroffen haben und da ihre Projekte besprochen haben oder so.  

 

B: Ja, das kann / Ja, ich glaube, sowas hat es auch schon mal gegeben. Ich hab das irgendwie mitgekriegt, da hat es mal so Initiativen gegeben, wo sich Leute gezielt im Kaffeehaus getroffen haben zum gemeinsamen Arbeiten oder / stimmt. Bin mir aber nicht sicher, ob das eine aus dem anderen entstanden ist. Würde eher sagen, Bürogemeinschaften hat es schon immer gegeben und jetzt heißt es halt ein bisschen anders und Co-Working, die meisten Co-Working Spaces sind eigentlich mehr so, bei uns ist es so, jeder hat seinen fixen Arbeitsplatz und es ist wie ein großes Gemeinschaftsbüro. Andere Co-Working Spaces oder die meisten, glaube ich, sind eher so aufgebaut, du hast halt einen nackten Tisch und du kannst dich tageweise einmieten oder so irgendwie. Das ist ein bisschen anonymer oder flexibler noch oder so.  

 

I: Ja, wir haben vorher schon über Regus geredet, die wo einfach nur so Büro vermieten, aber da hab ich jetzt bei fast allen Co-Workern, wo ich gefragt hab, einfach einhellig die Meinung, dass sie das nicht als Co-Working empfinden, sondern nur Büroflächenvermietung und das liegt ja ganz anders da.   

 

B: Ja. Aber es gibt zum Beispiel Sektor 5 oder so, da kannst du halt hinkommen und da setzt du dich zu irgendeinem Tisch und du hast nicht deine Sachen irgendwo in einem Eck oder so oder in einem Kasten, sondern du gehst halt mit deinem Notebook und mit deinem Arbeitsgerät hin und setzt dich an irgendeinen Tisch und arbeitest da und dann gehst du wieder heim. Und am nächsten Tag kommst du wieder oder nächste Woche oder nächsten Monat.   

 

I: Und du hast fest hier einen Platz daherinnen?  

 

B: Da bei uns ist es so, dass eigentlich jeder einen festen Platz hat und sich selber den Platz ein bisschen eingerichtet hat und sein eigenes Kästchen dort hat und Tisch und alles selber hat.  

 

I: Und dann gibt es aber Kollegen da, die wo dann aber auch mal so tageweise kommen, also?  

 

B: Haben aber alle einen fixen Platz.  

 

I: Alle einen fixen Platz, aber wenn jetzt zum Beispiel ich komme und dann sage ich, möchte heute mal da arbeiten. Wie ginge das dann?  

 

B: Gibt es schon, aber kommt nicht so oft vor bei uns. Ab und zu gibt es einmal, dass sich zum Beispiel zwei Leute einen Platz teilen, weil sie selten da sind. Ab und zu gibt es halt auch mal den Fall, dass irgendwann, wenn mal ein freier Platz ist, wer da ist, der sich für das interessiert und einfach mal schnuppern möchte oder so, aber 99 Prozent der Plätze sind fix dauerhaft. Aber in anderen Co-Working Spaces ist es nicht so.  

 

I: Und du arbeitest aber jetzt nur da, also, daheim schon wahrscheinlich auch ein bisschen, aber jetzt nicht in der Form.  

 

B: In letzter Zeit arbeite ich sogar wieder ein bisschen mehr von daheim aus, weil ich in letzter Zeit sehr oft am Abend weggehe, tanzen gehe, Salsa tanzen gehe und ganz viel Wirbel hab irgendwie jeden Tag und manchmal reicht es mir mit Wirbel und manchmal bin ich jetzt daheim. Das tue ich seit einem Jahr oder zwei vielleicht, dass ich öfters mal auch wieder von daheim was arbeite. Aber ja, grundsätzlich bin ich schon da. Und ich hätte das ja jetzt auch nicht aufgegeben, dass ich wieder alleine daheim sitze.  

 

I: Na ja, wenn du da herinnen bist, da ist der Lärm nicht so laut. Hab ich mir eigentlich lauter vorgestellt, aber ist das dann immer so oder ist es manchmal da /  

 

B: Es ist bei uns von der Akustik her recht gut, also da hallt es jetzt ein bisschen wegen dem Dings, aber bei den Arbeitsplätzen selber, da ist alles voll mit Pflanzen und Kästchen und Zeugs. Die Akustik ist super. Ich hab andere Co-Working Spaces einmal ausprobiert, einfach weil ich es sehen wollte und da kannst du selbst, wenn du flüsterst, hören das zehn Leute. Und bei uns ist das nicht so tragisch.  

 

I: Wahrscheinlich wegen der vielen Pflanzen. Na ja, gut, ich überlege jetzt gerade nochmal kurz, was ich noch auf dem Schirm gehabt hätte. Mir ist halt das mit dem E-Learning mal so die richtige entscheidende Frage, was da so, sage ich mal, was es da so für Kombinationsmöglichkeit gibt und das andere war halt die Frage mit der realen Begegnung, weil das sind so die zwei Schwerpunkte, die wo ich so rausarbeiten möchte, weil ich glaube, dass der Mensch nicht ohne, das der mit dem Bildschirm alleine nicht leben kann. Also, das ist so /  

 

B: Ja, natürlich nicht. Bildschirm alleine wirst du irgendwann deppert.  

 

I: Okay, da machen wir aus, oder?  

 

B: mhm (bejahend)   

 

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