ePortfolio for KidZ - Studie 2014

von ZLI PH Wien

Projekt

  • Über möglichst breit gestreute Aufgabenstellungen werden die Schüler/innen mit dem Einsatz von E-Portfolios vertraut gemacht.
  • Die Projekte werden von der 1. Klasse an in den Unterricht mit einbezogen.

Kulturportfolio 2. Klasse - Thema Zeitungen

Kulturportfolio 3. Klasse - Thema: Lyrik

Kulturportfolio 1. Klasse - Thema: Filme

von Mag. Angelika Friedrich

Aufwand
  • Die Vorbereitung für E-Portfolio-Arbeiten ist aufwendig:
    Aufbau und Unterrichtskonzepte müssen geplant werden, die Vorkenntnisse der Schüler/innen abgeschätzt werden.
    Lehrende und Lernende müssen sich in die Portfolioarbeit und in die Online-Plattform einarbeiten. Das gesamte Semester muss vorgeplant werden.
  • Bis so ein Projekt ins Rollen kommt ist viel Arbeit im Vorfeld notwendig.
Vergleich mit anderen Lernformen
  • Die Lehrenden werden laufend über E-Mails kontaktiert und müssen ständig, auch außerhalb der Unterrichtszeiten verfügbar sein. Die Lehrkraft wird für die Schüler/innen greifbarer.
  • Die Unterrichtssituation entspricht der späteren Arbeitssituation der Schüler/innen stärker als das bei anderen Lernformen der Fall ist.
  • Viele Korrekturen werden am Bildschirm durchgeführt.
  • Artefakte können sich laufend ändern.
 Vorteile vs. Nachteile
  • Durch das gemeinsame Arbeiten hat die Klassengemeinschaft gewonnen.
  • Zu Beginn fiel es den Schüler/innen nicht leicht die Deadlines einzuhalten und Feedbacks zu geben.

Folgendes Feedback erhielt Angelika Friedrich immer wieder von ihren Schüler/innen:

  • Das E-Portfolios ist immer viel Arbeit.
  • Sie mussten sehr straff dabeibleiben.
  • Die Schüler/innen sind stolz auf ihre Arbeit und sehen selbst den Fortschritt den sie gemacht haben.
  • Die Schüler/innen schätzen die E-Portfolio-Arbeit.

Ziel

Der Lehrplan sieht vor, dass die E-Medien in den Unterricht einbezogen werden, zusätzlich wollen die Lehrenden die Selbständigkeit der Schüler/innen fördern.

Schüler/innen

HAK, 3. und 4. Jahrgang.

Gegenstände

Deutsch, Englisch

Rahmenbedingungen

Zeitrahmen: In den ersten 3 Jahren wurden die Projekte semesterweise geführt, in der 4. über das ganze Schuljahr.

Technische Rahmenbedingungen: Ab der 3. Klasse wurde die Klasse als Laptopklasse geführt. In niedrigeren Klassen befand sich zumindest ein Lehrer-PC in der Klasse. Zum Arbeiten am Computer wurden die Computersäle oder die Bibliothek verwendet.

Ort der E-Portfolio-Arbeit: Im 1. Jahr vorwiegend außerhalb des Unterrichts, später als Laptopklasse. Die Nachbesprechungen finden in der Klasse während des Unterrichts statt.

Einführung der E-Portfolios: Die gemeinsame Einführung im Computersaal der Schule wurde aufbauend gestaltet.

Aufgabenstellung

Aufgabe: Die Lehrende versuchte die Aufgabenstellung möglichst breit zu streuen (kreative Texte, Zeichnungen, Fotos, Audio- und Videofiles). Die Schüler/innen sollten beispielsweise Fotos zu vorgegebenen Schlagwörtern machen und beschreiben.

In niedrigeren Klassen erledigten die Schüler/innen kurze Aufgaben, z.B. Recherchearbeiten, die auch als Vorbereitung für die Schularbeiten dienten.

Einteilung: Einzelarbeiten und Gruppenarbeiten bis maximal 4 – 5 Schüler/innen.

Überarbeitung: Zu Beginn des Semesters wurde ein Arbeitsplan bekannt gegeben. Je niedriger die Klasse, desto genauer wurden die Angaben formuliert. In der Klasse wurden die Aufgaben besprochen.

Materialien: Eigene Ansicht der Lehrenden als Beispiel, Arbeitsplan, Lösungsbeispiele.

Evaluation

Die Lehrende hat laufend mitdokumentiert. Es wurde ein Punktesystem zur Beurteilung herangezogen. Die Schüler/innen erhielten Feedbacks per Mail oder über den Kommentar in Mahara.

Beurteilt wurden die E-Portfolios gegen Ende des Semesters, sie machten einen großen Teil der Note (30%) aus. Wichtig war es der Lehrenden, dass die Schüler/innen „ihren Aufwand“ honoriert sahen.

Plattform

Mahara wurde zur Präsentation der Ergebnisse und Artefakte verwendet.

Präsentation

Teile des E-Portfolios wurden entsprechend der Aufgabenstellung in Form von Referaten vor der Klasse präsentiert. Z.B.: Blitzlicht über einen Regisseur beim Film-Portfolio.

Die Schüler/innen mussten einander gegenseitig ihre Portfolios zeigen.

 

Kommunikation

Die Vernetzung der Schüler/innen untereinander war zu Beginn durch die Aufgabenstellung stark von Mahara geprägt.

Im Laufe der Arbeit verlief die Kommunikation stärker über andere Online-Kanäle wie WhatsApp oder Facebook, da die Klasse stärker zusammenwuchs und daher eigene Kanäle verwendete.

E-Portfolios

Allgemein: Es gab starke Unterschiede bezüglich der Qualität, der Länge und der Gestaltung. Es konnte eine klare Entwicklung von den Anfänger/innen zu den Fortgeschrittenen hin beobachtet werden.

Kreative Schüler/innen gingen in der E-Portfolioarbeit voll auf.

Strukturierung: In den höheren Klassen waren die E-Portfolios meist besser strukturiert. Es wurden beispielsweise verstärkt Sammlungen verwendet um ein Scrollen zu vermeiden.

Gestaltung: Trotz gleicher Aufgabenstellung wurden die E-Portfolios sehr unterschiedlich gestaltet und teilweise auch externe Tools, wie z.B. Prezi.

Eigenverantwortung

In den niedrigeren Klassen wurden die Arbeitsschritte genauer vorgegeben, in den höheren Klassen konnten die Schüler/innen die Schritte selbst einteilen. Je höher die Klasse desto stärker wurde die Selbständigkeit von der Lehrenden gefördert.

In höheren Klassen gab es eine Wahlmöglichkeit der Partner für die Teamarbeiten und unterschiedliche Wahlaufgaben. In niedrigeren Klassen wurden die Deadlines vorgegeben, in höheren Klassen wurden diese mit den Schüler/innen gemeinsam erarbeitet.

Einzelaufgaben konnten mit den Lehrenden besprochen werden, es waren aber immer die Schüler/innen, die entschieden haben, ob ein bestimmter Artefakt ins E-Portfolio aufgenommen wurde.

Reflexion

Die Reflexion war ein Teil der Aufgabenstellung. Die Lehrende gab Reflexionsfragen vor, die von den Schüler/innen verwendet werden konnten. Meist nahmen die Schüler/innen dieses Fragen an.

Die Reflexionsschiene konnte auch zur Kommunikation mit den Lehrenden genutzt werden. Die Reflexionen der Schüler/innen wurden für die Aufgabenstellungen in den folgenden Semestern berücksichtigt.

Feedback

Kommentare und Feedbacks wurden bei entsprechender Aufgabenstellung abgegeben. Kritische Betrachtungen fielen den Schüler/innen der niedrigeren Klassen schwerer.

Homepage: http://www.hakgaenserndorf.ac.at

Die BHAK/BHAS Gänserndorf ist eine berufsbildende mittlere und höhere kaufmännische Schule, die Ausbildungsangebote, Lehrinhalte sowie Lehr- und Lernmethoden an der Wirtschaft und an der Gesellschaft ausrichtet. Gefördert werden die Entwicklung von Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Engagement, Eigenständigkeit und Kritikfähigkeit. Die Schüler/innen werden durch die Lehrenden mit Wirtschaftspraxis sowie Expert/innen aus der Wirtschaft und Gesellschaft auf die Herausforderungen von Beruf und Studium vorbereitet. Der Einsatz moderner Kommunikations- und Informationstechnologien ist im Ausbildungsplan verankert.

Quelle: http://www.hakgaenserndorf.ac.at/index.php?id=leitideen

Mag. Angelika Friedrich

Mahara View zum Projekt:

Opening a New Perspective: Über Foto und Film hin zur kompetenten Arbeit mit E-Portfolios:
http://www.mahara.at/view/view.php?t=kgJPn8L3vrGe4m1qAyMB

Die Dateien enthalten Beispiele für Unterrichtsmaterialien, zur Verfügung gestellt von Angelika Friedrich: Angaben, Arbeitspläne und Evaluationsblätter.

(c) Angelika Friedrich

Angehängte Dateien Dateianhänge 9
Angabe Fotoprojekt.jpg (55,2K) - Download
Arbeitsplan Portfolio Filmprojekt (1).pdf (150,5K) - Download
Arbeitsplan Portfolio Filmprojekt.pdf (55K) - Download
Arbeitsplan Portfolio Märchen.pdf (242,2K) - Download
Arbeitsplan Portfolio Zeitung.pdf (298,8K) - Download
Evaluationsblatt Film Beispiel 1.pdf (42,2K) - Download
Evaluationsblatt Film Beispiel 2.pdf (40,6K) - Download
Evaluationsblatt Foto Beispiel 1.pdf (38,3K) - Download
Evaluationsblatt Foto Beispiel 2.pdf (38,8K) - Download

„Die kreativen Schüler/innen lebten auf, sie haben die Aufgabe sehr gut angenommen, Covers gezeichnet und ganz, ganz tolle Sachen gemacht.“

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„Das Portfolio floss in die Note ein. Ich wollte honorieren, dass die Leute sich so bemüht haben.“

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„Sie sind zusammengewachsen, die Arbeit ging über Mahara hinaus und förderte die Klassengemeinschaft.“

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Man wird als Lehrer außerhalb der Schulstunden greifbarer für die Schüler/innen.

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KidZ: "Was hat nicht gut funktioniert?"

AF: Ich habe am Anfang stark mit den Deadlines gekämpft. Ich habe das Einhalten der Fristen eingefordert.

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„Ich werde Portfolios beibehalten und bin mitten drinnen in einem E-Portfolio-Projekt. Sie sind eine gute Sache!“

Diese Ansicht wurden im Rahmen der Studie ePortfolio for KidZ - 2014 im Schuljahr 2014/15 vom ZLI der PH Wien erstellt.