ePortfolio for KidZ - Studie 2014

von ZLI PH Wien

 

Projekt

In der BHAK Wien 10 werden seit mehreren Jahren die Let’s Stick Together-Wochen durchgeführt. Diese sind als themenzentrierte, fächerübergreifende Projektwoche konzipiert. Während der LST-Woche findet kein regulärer Unterricht statt. Die Schüler/innen unternehmen Exkursionen zu verschiedenen Unternehmen. Sie erhalten zu diesen Exkursionen unterschiedliche Aufgaben, die sie selbstorganisiert übernehmen, dokumentieren und auf einer eigenen Website präsentieren. Dieses Projekt wird bereits seit mehreren Jahren durchgeführt und ist gut etabliert.

Obiges Prezi wurde von Schülerinnen der BHAK 2013 erstellt und ist unter folgendem Link online abrufbar: Prezi Erste Bank Lehre

von Mag. Gabriele Sudy, MA

Aufwand
  • Der Zeitaufwand für die Einführung des E-Portfolio-Projekts ist sehr groß. Jetzt, da das Projekt seit mehreren Jahren läuft hat sich der Aufwand stark verringert. Das Projekt ist bereits gut im Unterricht eingebettet.
Vergleich mit anderen Lernformen
  • Die Beurteilung ist aufwendiger, weil die Lehrenden Feedback für die individuellen Arbeiten geben müssen.
  • Die Schüler/innen investieren sehr viel Arbeit in diese Projekte und erwarten daher ein entsprechendes Feedback.
 Vorteile
  • Wenn die Schüler/innen wissen warum und wofür sie etwas tun, sind sie sehr engagiert und das Projekt läuft sehr gut.
  • Die Schüler/innen haben ein Lernprodukt, das sie „mitnehmen“ und für ihr weiteres Leben verwenden können.

Ziel

Die Schüler/innen lernen sich selbst zu organisieren und vertiefen ihre Kompetenzen in den einzelnen Fächern und im Bereich Webdesign. Die Schüler/innen sollen ihre eigene Kreativität umsetzen können ohne von einer bestimmten Plattform eingeschränkt zu werden. Außerdem sollen sie eigenständig ihre Arbeiten beobachten und reflektieren.

Schüler/innen

3. und 4. Klassen der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik

Gegenstände

 Alle Fächer und Webdesign, die arbeiten werden fächerübergreifend geführt und müssen mindestens 2 Gegenstände, die die Schüler/innen selbst wählen können betreffen.

Rahmenbedingungen

Zeitrahmen: In 2 Jahrgängen jeweils 2 Wochen exklusive der Vorbereitungszeit für Webdesign, die mit dem entsprechenden Unterricht in der 1. Klasse beginnt. Die 1. Woche verbringen die Schüler/innen in den Betrieben in der 2. Woche erstellen sie ihre Bewerbungsportfolios.

Technische Rahmenbedingungen: Die Schüler/innen arbeiten mit eigenen Laptops. Die Klassen sind als Laptopklassen (bring your own device) geführt.

Ort der E-Portfolio-Arbeit: Die Vorbereitung und teilweise die Umsetzung des Webdesigns finden in der Schule statt, die Aufgaben, Projektarbeiten und das Einbinden der Ergebnisse muss zu Hause stattfinden.

Einführung der E-Portfolios: Das technische Know-How wird ab der 1. Klasse im Webdesign-Unterricht vermittelt. Die inhaltliche Einführung steht der Gegenstand E-Business zur Verfügung. Details werden innerhalb der Projektwoche besprochen.

Aufgabenstellung

Aufgabe: Es werden 2 Portfolios erstellt: das Aufgabenportfolio und das Bewerbungsportfolio. Im Aufgabenportfolio werden die Aufgaben der ersten Projektwoche dokumentiert und präsentiert, das Bewerbungsportfolio wird so aufgebaut, dass die Schüler/innen dieses in der Folge für ihre tatsächlichen Bewerbungen verwenden können. Beide Portfolios beinhalten das Organisieren eines eigenen Webspaces und die Entscheidung, welche Programme für die Umsetzung verwendet werden.

Kommunikation der Aufgaben: Die Aufgabenstellung wird über Moodle kommuniziert. Die Aufgaben sind innerhalb eines Tages zu erledigen.

Einteilung: Einzel und Gruppenarbeiten. Welche Aufgabe als Einzelarbeit und welche als Gruppenarbeit zu lösen ist, wird von den Lehrenden vorgegeben.

Überarbeitung: Lag in der Eigenverantwortung der Schüler/innen.

Materialien: Die Angaben werden über Moodle zur Verfügung gestellt. Vor allem in den 1. Klassen werden viele Materialien von den Lehrenden zur Verfügung gestellt.

Evaluation

Die Lehrenden haben einen Kriterienkatalog zur Beurteilung, den die Schüler/innen kennen. Die Portfolios werden am Ende der Projektwoche beurteilt.

Die Note fließt in die Gesamtnote ein.

Es ist zu beobachten, dass die Schüler/innen eine Belohnung und Feedback für ihren Aufwand wollen.

Plattform

Es wurde keine Plattform vorgegeben. Mahara schränkt für diese Form der Aufgabenstellung zu sehr ein. Außerdem handelt es sich um Klassen des Zweiges Wirtschaftsinformatik und entsprechende Kompetenzen im Bereich Webdesign sind vorhanden.

Präsentation

Abschlusspräsentation vor den anderen Schüler/innen und Lehrer/innen. Alle Schüler/innen präsentieren ihre E-Portfolios einzeln.

 

Kommunikation

Die Kommunikation innerhalb der einzelnen Gruppen war sehr intensiv. Die Feedbacks stärker als sie im normalen Unterricht beobachtet werden können. Die Kommunikation zwischen den Schüler/innen musst nicht extra von den Lehrenden angestoßen werden, sie passierte automatisch. In der Klasse haben starke Diskussionen zu den Reflexionen stattgefunden.

Auch zwischen Lehrenden und Lernenden kann es zu intensiver Kommunikation.

E-Portfolios

Allgemein: Die Schüler/innen haben extrem viel Arbeit und Energie investiert, sie wollten gute Ergebnisse um die Portfolios auch später verwenden zu können.

Strukturierung: Von den Lehrenden wurden nur die Pflichtelemente vorgegeben. In den 4. Klassen ist die Strukturierung meist perfekt.

Gestaltung: Durch die Verwendung unterschiedlicher Software waren die E-Portfolios sehr unterschiedlich und individuell gestaltet.

Eigenverantwortung

Die Schüler/innen haben eine große Eigenverantwortung. Die Lehrenden geben nur vor, welche Elemente im Portfolio vorhanden sein müssen und ob die Aufgaben in Gruppen- oder Einzelarbeit zu erledigen sind, die Planung und Umsetzung obliegt den Schüler/innen.

Die Schüler/innen waren extrem gut darin sich zu organisieren und Gruppen zu finden.

Reflexion

Die Reflexion war ein Teil der Aufgabenstellung. In der 3. Klasse hatten die Schüler/innen noch Probleme, die eigene Arbeit zu reflektieren, in der 4. Klasse beherrschen sie das schon sehr gut.

Es konnte im Rahmen der Reflexionen ein Lerneffekt von Schüler/in zu Schüler/in beobachtet werden.

Homepage: http://www.bhakwien10.at

Besonderheiten der Schule:

  • Multimedia-Präsentationseinheiten in allen Unterrichtsräumen
  • Elektronische Lernplattform, interaktives Web-Angebot
  • elektronischer Schülerausweis edu.card: dient als Schülerausweis, Freifahrtsausweis auf den Wiener Linien, Zutrittsberechtigung zu den einzelnen Lehrsälen (96 Räume), Zahlungsmittel (Quick)
  • Umfangreiches Angebot an Freigegenständen & Zertifikaten

Quelle: http://www.bhakwien10.at/?content=ueber_uns

Mag. Gabriele Sudy, MA

Mag. Gabriele Sudy, MA lernte Mahara im Rahmen des Lehrgangs eEducation an der Donau-Universität Krems kennen.

Es ist wichtig, dass die Schüler/innen eine entsprechende Bestätigung bekommen.
* + * + *
Die Schüler/inne stecken extrem viel Arbeit in die E-Portfolios.
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Bei der Einführung im Unterricht waren die E-Portfolios mehr Aufwand, jetzt laufen sie mit weniger Aufwand, die Schüler/innen werden in einem Unterrichtsfach auf diese vorbereitet.
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Bei der Präsentation der Portfolios und Reflexionen konnten die Schüler/innen gut voneinander lernen, wie jeder einzelne die Reflexion aufgebaut hat. Hier musste ich als Lehrerin sehr wenig beitragen.
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In der 3. Klasse funktioniert die Reflexion noch nicht so gut, in der 4. wissen die Schüler/innen, was in den Portfolios verlangt wird und sie beobachten sich selbst ganz anders.
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Den Schüler/innen ein entsprechendes Feedback zu geben ist mehr Arbeit als eine Mitarbeitsnote. Nachdem die Schüler/innen viel Arbeit hineinstecken erwarten sie ein entsprechendes Feedback.
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Es braucht noch etwas Zeit bis die E-Portfolios in der Arbeitswelt ankommen.

Nach Feedbacks, die Gabriele Sudy von ihren Schüler/innen erhalten hat:

  • Es hat den Schüler/innen wahnsinnig gut gefallen.
  • Das Projekt war anstrengend
  • Selbstorganisation (Einteilung der Arbeitsaufträge, Gruppen organisieren) war sehr wichtig.
  • Diese Woche und das Portfolio sind eine sehr gute Idee, sie wollen es nicht mehr missen.

Diese Ansicht wurden im Rahmen der Studie ePortfolio for KidZ - 2014 im Schuljahr 2014/15 vom ZLI der PH Wien erstellt.