ePortfolio for KidZ - Studie 2014

von ZLI PH Wien

Projekt

  • Die NMS Pembaurstraße führt(e) pro Jahr 3 Projektwochen mit technischem Schwerpunkt (z.B. Technik und Landwirtschaft) sowie Berufsorientierungstage durch.
  • Die Schüler/innen erhalten während der Projektwochen Aufgaben zum Mitmachen, Beobachten und Dokumentieren.
  • Während der Berufsorientierung verbringen sie einige Schnuppertage in Betrieben, welche sie ebenfalls dokumentieren.
  • Seit mehreren Jahren werden die Projektwochen, die Berufsorientierung und die Exkursionen auf Mahara präsentiert.

Schlussfolgerungen von Michael Feistmantl, MA BEd

  • Rechnet man das Studium dazu, ist der Aufwand für Einsteiger/innen enorm. Dies ist aber für Lehrpersonen nicht notwendig.
    Nach einer Einarbeitungszeit gelingt das Arbeiten mit Mahara recht flüssig. Hat man bereits mit Mahara gearbeitet ist der Aufwand nicht mehr so groß.
  • Es ist ausreichend Zeit zum Erlernen der Kompetenzen (Lehrende und Lernende) und zum Üben notwendig.
Vergleich mit anderen Lernformen
  • Wenn ausreichend Zeit vorhanden ist, sind E-Portfolio-Projekte gut geeigenet die Kompetenzen der Kinder abzubilden..
  • Wenn die E-Learning-Kompetenzen der Schüler/innen von Beginn an geschult werden, hat die E-Portfolio-Arbeit bessere Erfolgsaussichten. Ideal ist es daher, die Projekte von der 1. Klasse an durchzuführen.
 Vorteile
  • Man kann den Schüler/innen unangenehme Test- und Prüfungssituationen ersparen.
  • Schüler/innen können die eigene Kreativität zeigen (YouTube-Videos – auch eigene in die Ansicht einbinden).
  • Es wird ein Mehrwert für die Exkursionen geschaffen, die Schüler/innen schreiben mit, fragen interessiert und denken mit.
  • Kann gut für KEL-Gespräche eingesetzt werden.
Nachteile
  • Wenn mit den E-Portfolio-Projekten erst in der 4. Klasse begonnen wird, haben die Schüler/innen den Eindruck, dass sie alles selber machen müssen (Recherche und Dokumentation). Fehlen die Kompetenzen so sind die Schüler/innen schwer in der Lage selbständig zu arbeiten.
  • Die Usability von Mahara könnte besser sein.
Quelle M.Feistmantl
Quelle M.Feistmantl
Quelle M.Feistmantl
Quelle M.Feistmantl

Schüler/innen erstellten nach dem Atomunfall in Japan obige Ansicht, ohne dass ein Arbeitsauftrag gegeben wurde.

Ziel

Die Schüler/innen erhalten das E-Portfolio als Werkzeug zum Dokumentieren. Sie lernen selbständig Informationen zu sammeln und zu dokumentieren. In einem weiteren Schritt reflektieren sie und geben ein wertschätzendes Feedback.

Schüler/innen

Großteils wurde das Projekt von der 1. Klasse an durchgeführt. Pro Jahrgang wurden 2 Klassen mit technischem Schwerpunkt geführt und eine Klasse ohne.

Gegenstände

Das Projekt fand fächerübergreifend statt. M. Feistmantl unterrichtete das Kombinationsfach Chemie-Physik.

Rahmenbedingungen

Zeitrahmen: Je nach Projekt (Projektwoche, Berufsorientierung,  etc.) unterschiedlich. Die Portfolios wurden über die gesamten 4 Jahre verwendet.

Technische Rahmenbedingungen: Es war ein Computerraum in der Schule vorhanden, zu Hause arbeiteten die Schüler/innen mit den eigenen Geräten.

Ort der E-Portfolio-Arbeit: Sowohl zu Hause als auch in der Schule. Die Zeit in der Schule wurde zum Erlernen des Umgangs mit der Software und zum Üben genutzt. Einige Aufgaben waren zu Hause zu erledigen.

Einführung der E-Portfolios: In der 1. Klasse wurden die Schüler/innen zuerst mit dem Umgang mit Moodle vertraut gemacht und erhielten von Beginn an diverse Informationen zu den Projekten über Moodle. Weiterführend wurden sie auf Mahara eingeschult. Ab dem 2. Halbjahr erledigten sie einfaches Dateimanagement auf Mahara.

Aufgabenstellung

Aufgabe: Bei Exkursionen erhielten die Schüler/innen beispielsweise die Aufgabe zwei Versuche zu wählen und zu beschreiben. Sie arbeiteten während der Untersuchung mit Papier und Klemmbrett und übertrugen später ihre Aufzeichnungen auf die Online-Plattform. Dabei durften sie diverse Grafiken oder Videos, die sie online fanden oder selbst erstellten in ihre Mahara-Ansichten integrieren.

Kommunikation der Aufgaben: Alle Aufgabenstellungen wurden über Moodle bereitgestellt.

Die Aufgabenstellung wurde möglichst breit gestreut. Allerdings wurden in den niedrigeren Klassen genauere Vorgaben gegeben.

Einteilung: Die Schüler/innen arbeiteten hauptsächlich alleine, der Versuch mit Mahara-Gruppen zu arbeiten funktionierte in dieser Altersgruppenur nur teilweise.

Überarbeitung: Eine Überarbeitung nach den Feedbacks wurde in der Aufgabenstellung gefordert, damit die gesamte Feedbackschleife eingehalten werden konnte.

Materialien: Diverse Arbeitsmaterialien, je nach Aufgabenstellung.

Evaluation

Regelmäßige Beiträge sowie die Präsentation der Artefakte im Portfolio wurden beurteilt.

Die Ergebnisse flossen in die Jahresnote der beteiligten Fächer ein.

Plattform

Die Reflexionen über die Exkursionen und Projekte wurden von den Schüler/innen auf Mahara präsentiert.

Präsentation

Einzelne (aus Zeitgründen vom Lehrenden ausgewählte) Ansichten wurden vor der Klasse präsentiert. Die Schüler/innen hatten außerdem die Möglichkeit die Ansichten für ihre KollegInnen freizuschalten, waren dazu aber nicht verpflichtet.

 

E-Portfolios

Allgemein: Die E-Portfolios haben der Altersstufe entsprochen. Die Blogs waren eher kurz gehalten, dafür hatten die Schüler/innen besondere Freude am Einbinden von YouTube-Videos zu den unterschiedlichen Themen. Einige Schüler/innen haben sehr intensiv gearbeitet, andere nur mit geringem Aufwand.

Strukturierung: Aufgrund des Alters wurde die Struktur vom Lehrenden vorgegeben.

Gestaltung: Engagierte Schüler/innen erstellten sehr gute Ansichten.

Entwicklung: Es konnte eine klare Entwicklung beobachtet werden. Schüler/innen der ersten Klassen bzw. Schüler/innen höherer Klassen, die das erste Mal mit E-Portfolios gearbeitet haben, hatten größere Probleme bei der Umsetzung.

Eigenverantwortung

Gestaltung der Inhalte und Wahl der Inhalte.

Das Projekt war so ausgelegt, dass die Inhalte auf Moodle von den Lehrenden und jene auf Mahara von den Lernden gestaltet wurden.

Die Schüler/innen konnten die Experimente, die sie dokumentieren sollten selbst wählen.

Besonders interessant war, dass Schüler/innen zu aktuellen Themen (Fukushima) selbstständig recherchiert und eine Ansicht erstellt haben, obwohl das vom Lehrenden nicht gefordert wurde.

Reflexion

Die Reflexion war schwierig, besonders in den 1. Klassen sind die Schüler/innen noch nicht reif und geübt genug. M. Feistmantl empfiehlt das im Deutschunterricht zu üben. Es entstanden aber altersgerechte Dokumentationen des Erlebten.

Feedback

Von den Lehrenden wurden gegenseitige wertschätzende Feedbacks der Schüler/innen gefordert. Die Netiquette musste eingehalten werden.

Die Schüler/innen erhielten auch vom Lehrenden ein Feedback über Mahara.

Homepage: http://www.hs-pembaur.tsn.at

Die NMS Pembaurstraße ist eine Neue Mittelschule mit Schwerpunkt Technik und Naturwissenschaft. Die technischen Fächer wie Informatik, Physik, Chemie, Geometrisch Zeichnen, Technisches Werken werden verstärkt angeboten. In speziellen Projekttagen werden Theorie und Praxis in fächerübergreifendem Unterricht verbunden. Angeboten werden Exkursionen und Betriebsbesuche, die Einblicke in das Berufsleben geben.

Michael Feistmantl, MA BEd

  • Michael Feistmantl, MA BEd arbeitete während des eEducation-Lehrgangs an der Donau-Universität Krems bereits mit Mahara und verwendete diese Portfolioplattform direkt danach in seinen Klassen.
Man kann E-Portfolios für beinahe alle Fächer verwenden.

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Moodle gehört den Lehrer/innen und Mahara den Kindern und sie haben die Macht das darzustellen, was sie darstellen wollen.
 
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Meine Erwartung war, dass die Schüler/innen die Dinge und Aktivitäten so wie sie sie gesehen und wahrgenommen haben im E-Portfolio darstellen.

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Die Kinder sind mit offenen Augen durch die Ausstellung und die Workshops gegangen. Sie wussten ja, sie müssen danach etwas beschreiben.

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Ein wertschätzendes Feedback zu geben ohne dass es kränkend wird oder dass es ein leeres Feedback ist, ist eine große Herausforderung.

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Wenn ich das Zeitgefäß für die E-Portfolioarbeit habe, würde ich das Portfolio als durchgängiges Werkzeug zum Darstellen der Kompetenzen nutzen.

Den Schüler/innen hat die Art der Leistungsbeurteilung gefallen – es ist den Schüler/innen die unangenehme Prüfungssituation ersparen.

 Wenn sie noch nie mit E-Portfolios gearbeitet haben: Jetzt müssen wir alles selber machen.

Reaktion der Schüler/innen, als Michael Feistmantl die Klasse an einen Kollegen übergab:"Tun wir jetzt nicht mehr moodlen und mit Mahara arbeiten?" in einem bedauerndem Ton.

Quelle M.Feistmantl
Quelle M.Feistmantl

Diese Ansicht wurden im Rahmen der Studie ePortfolio for KidZ - 2014 im Schuljahr 2014/15 vom ZLI der PH Wien erstellt.