Refugees in Focus von Helmut Wagner: Projekttagebuch

Hier werden die wichtigsten Schritte des Projekts Refugees in Focus dokumentiert.

Projektstart: Fakten zu Flucht und Migration

Als ersten Schwerpunkt im dritten Jahrgang der Global-HAK habe ich das Thema Flucht und Migration gewählt. Als Einstieg werden die wichtigsten Inhalte aus dem GW-Unterricht des zweiten Jahrgangs zum Thema Migration wiederholt, ergänzt durch aktuelle Zeitungsartikel in Form von Präsentionen durch die Schüler/innen. Bald kommt die Idee auf, zum Thema Flüchtlinge ein Sozialprojekt zu starten.

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 17. Oktober 2015, 19:05 | Kommentare (0)

Brainstorming zum Sozialprojekt

Nach den grundlegenden Informationen sammeln die Schüler/innen in einem Brainstorming erste Ideen zu einem gemeinsamen Sozialprojekt. Die Vorschläge reichen von einer Straßensammlung bis hin zu einem Besuch im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen. Da ich im Stadtjournal Krems einen Bericht "Krems hilft Flüchtlingen" gelesen habe, halte ich es für sinnvoll, dass wir uns hier vernetzen. Also nehme ich erste Kontakte auf, zuerst mit Stadträtin Anna Wegl, die mir weitere Kontakte vermittelt.

Angehängte Dateien:
Brainstorming_Flucht-Migration.docx.1 (18,8KB) - Download
Veröffentlicht von Helmut Wagner am 17. Oktober 2015, 19:09 | Kommentare (0)

Fachvortrag im Unterricht: Wie Krems Flüchtlingen hilft

Frau Manuela Leoni, Leiterin der städtischen Fachstelle für Integration in Krems, ist am Donnerstag, 22. Oktober zu einem einstündigen Vortrag über die Situation in Krems zu Besuch. Sie berichtet über ihre Arbeit und beschreibt die spezielle Situation in der Stadt Krems. Besonders erwähnt sie die Rolle der "Buddys" - kompetente Freiwillige, die den Asylbewerbern zur Seite stehen und sie bei Behördenwegen oder beim Einkaufen unterstützen.

Die Informationen von Frau Leoni bilden eine wichtige Basis für unsere weiteren Überlegungen, wie wir als Gruppe aktiv werden und auch möglichst effektiv helfen können!

Anschließend wurden die Schüler/innen aufgefordert, ein Feedback abzuliefern. Hier einige Ausschnitte:

Mir hat der Vortrag über Flüchtlinge in Krems sehr beeindruckt, da man Dinge erfahren hat, die man in der Zeitung nicht zu lesen bekommt. (Magdalena P.)

Für mich war schön zu hören, dass es viele Freiwillige gibt, die helfen wollen. (Lejla Z.)

Der Vortrag hat mich sehr inspiriert, den Flüchtlingen zu helfen. (Sarah H.)

Mich hat es bestätigt, dass man den Flüchtlingen bei ihrem Begtinn in ein neues Leben unterstützen sollte. (Judith O.)

Ich fand den Vortrag sehr interessant, vor allem die Ausführungen über die "Buddys". (Birgit R.) 

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 22. Oktober 2015, 17:05 | Kommentare (0)

Workshop "Rechtsweg Asyl"

Am 29. Oktober folgt die nächste Aktivität: ein Workshop zum Thema Rechtsweg Asyl. Herbert Langthaler kommt als Experte des Vereins Asylkoordination Österreich zu unserer Gruppe. Nach einer allgemeinen Einführung leitet er ein Planspiel, bei dem die Wege durchgespielt werden, die Flüchtlinge von ihrem Eintreffen in Österreich bis zum genehmigten oder abgelehnten Asylantrag zu gehen haben. Verschiedene Stationen (Registrierung durch Polizei, Hilfsorganisation, Schubhaftzentrum, Bundesamt für Fremdenwesen und Asly, ...) werden als Rollen vergeben und von je zwei Personen besetzt. Die Flüchtlinge erhalten verschiedene Biografien und ihr Akt wird von einer Station zur anderen "weitergereicht". So wird simuliert, dass es sowohl rechtlich äußerst kompliziert ist als auch schwierig zu entscheiden, ob man als Flüchtling in Österreich Asyl erhält.

Auch diesmal wieder ein kurzer Auszug aus den Feedbacks der Schüler/innen:

"Der Workshop war eine andere Art zu lernen, und das hat mir gefallen." (Paul K.)

"Es hat sich mir gezeigt, dass der Asylweg für Flüchtlinge sehr lange dauert und dass vieles für sie nicht verständlich ist aufgrund der sprachlichen Barrieren." (Judith O.)

"Ich fand es spannend zu sehen, wie langwierig ein Asylverfahren sein kann. Für mich ist es unglaublich, wie das bewältigt wird bei einer so großen Anzahl an Flüchtlingen, wie sie derzeit nach Österreich kommen." (Angelika W.)

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 30. Oktober 2015, 08:53 | Kommentare (0)

Die nächsten Schritte

Nach zwei Expertengesprächen gehen wir jetzt daran, weitere Aktivitäten vorzubereiten. Im Detail planen wir die folgenden nächsten Schritte:

  • Magdalena und Michaela legen einen Facebook-Account an, damit wir auch in den Social Media präsent sind.
  • Elvisa und Nurieta haben sich bereit erklärt, ein Projektlogo zu entwerfen.
  • Philipp, Oliver und Lukas nehmen Kontakt mit Dir. Kratochvil in Ottenschlag auf, der seit kurzem eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan betreut, um einen Besuch vorzubereiten.
  • Als Projektleiter nehme ich Kontakt zur Emmausgemeinschaft St. Pölten auf, um einen Besuch zu planen: Die Emmausgemeinschaft betreut unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.
Veröffentlicht von Helmut Wagner am 05. November 2015, 18:12 | Kommentare (0)

Medien 1: Afghanistan - Exodus nach Europa

Wir hören im Unterricht einen Beitrag aus dem Journal-Panorama (Ö1 vom 10. November):http://oe1.orf.at/programm/420007

Darin geht es um Menschen in Afghanistan und ihre persönlichen Notlagen, die sie veanlassen, nach Europa auszuwandern. Allein in diesem Jahr haben bis September 13.000 Menschen aus Afghanistan in Österreich um Asyl angesucht. Auch zu diesem Beitrag wurden die Schüler/innen aufgefordert, ihren Kommentar abzugeben. Sie spiegeln die Betroffenheit über die Situation in diesem von Krieg und Bürgerkrieg erschütterten Land wider:

"Ich finde es tragisch, dass in Afghanistan seit mehr als 30 Jahren Krieg herrscht. Es ist natürlich, dass die Zivilisten nach Europa flüchten möchten, da niemand gerne in einem Land lebt, wo er täglich um sein Leben Angst haben muss." (Elvisa A.)

"In einem Interview wurden unzählige zu Tränen rührende Geshichten von betroffenen Afghanen erzählt. Ich finde so etwas sehr beängstigend und hoffe, dass bald nicht mehr so viele Menschen aus ihren Heimatländern flüchten müssen, weil sie terrorisiert und bedroht werden." (Isabel G.)

"Es hat mich sehr erschreckt, dass die derzeitige Wartezeit für einen Pass in einem Kriegsland ca. 4 Monate beträgt." (Magdalena P.)

"Die Angst von den Islamisten getötet zu werden ist größer, als auf dem Fluchtweg aufgrund von Erschöpfung und anderen Einflüssen zu sterben." (Judith O.)

"Ich finde es nicht gut, dass die meisten Flüchtlinge falsche Ansichten von Europa haben. Sie denken, wenn sie nach Deutschland kommen, können sie hier sofort arbeiten und ein neues glückliches Leben führen und sind sich nicht bewusst, dass die Realität etwas härter verläuft." (Birgit R.)

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 12. November 2015, 16:55 | Kommentare (0)

Medien 2: Das Filmdokument "Lampedusa im Winter"

7 Schüler/innen sind gestern meiner Einladung gefolgt, im "Kino im Kesselhaus" den Film Lampedusa im Winter anzusehen. Schauplatz des Dokumentarfilms ist die kleine Insel südlich von Sizilien, die als "Flüchtlingsinsel" längst zu einem Symbol geworden ist. Der Film stellt aber vielmehr die alltäglichen Probleme der 450 Menschen in den Mittelpunkt, die auf der Insel wohnen: angefangen von der alten Fähre, die durch einen Maschinenbrand zerstört wurde, bis zum Müll, der nicht abtransportiert wird, und der alltäglichen Arbeit der Fischer. Allen voran kämpft die Bürgermeisterin um Solidarität mit den afrikanischen Bootsflüchtlingen. http://lampedusaimwinter.derfilm.at/

"In diesem Film haben wir erfahren, dass die Flüchtlinge eingentlich gar nicht auf der Insel bleiben wollen, sondern bloß auf eine Weiterreise in ein anderes Land warten." (Angelika W.)

"Ich dachte, dass es um die Flüchtlingssituation in Lampedusa geht, aber der Film handelte viel mehr von den Problemen der Inselbewohner." (Birgit R.)

"Es ist erschreckend, dass die Insel, die schon ohne den Flüchtlingsstrom genug zu tun hat um den Alltag zu überstehen, mit den Flüchtlingen, die sie vor ihrer Küste in den nicht mehr fahrtüchtigen Booten aufgegriffen haben, alleine gelassen wird." (Judith o.)

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 26. November 2015, 17:57 | Kommentare (1)

Medien 3: EU-Vizekommissionspräsident im Interview

Im Ö1-Mittagsjournal vom 5. Dezember hat sich der Vizepräsident der EU-Kommission, Frans Timmermanns, zur aktuellen Flüchtlingskrise geäußert. Seine Kernaussage: "Die EU ist stärker als diese Herausforderung". Hier der Link zum Interview: http://oe1.orf.at/programm/422066
Wir haben das Interview im Unterricht gehört, und die Schüler/innen haben den Auftrag erhalten, einen Kommentar dazu zu verfassen. Hier einige Ausschnitte aus ihren Feedbacks:

"Ich finde, dass Timmermanns im Interview viel Wichtiges erwähnt hat und dass es wirklich besser wäre, wenn man versuchen würde, die Situation in den Heimatländern der Flüchtlinge zu verbessern.(...)
Ich denke nicht, dass die EU wegen der Flüchtlingskrise zerfallen wird." (Sarah H.)

"Mir hat dieses Interview noch besser gefallen, da dieses Problem nicht standardgemäß schöngeredet wurde, sondern auch auf die Probleme eingegangen wurde." (Paul K.)

"Ich finde die Idee von Mini-Schengen nicht gut, da es besser wäre, die bestehenden Außengrenzen zu schützen, statt neue zu errichten." (Michaela L.)

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 16. Dezember 2015, 17:24 | Kommentare (0)

Exkursion: Emmausgemeinschaft St. Pölten

Die Emmausgemeinschaft - in St. Pölten bekannt dafür, sich für Menschen am Rand der Gesellschaft zu engagieren - betreibt ein Haus für UMF (unbegleitete mnderjährige Flüchtlinge). Hier sind 12 Kinder und Jugendliche untergebracht, die rund um die Uhr von Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern betreut werden. Im Zuge einer Exkursion waren wir zu Gast und konnten interessante Informationen zur Situation von UMFs erhalten. So haben wir erfahren, dass es Emmaus ein besonderes Anliegen ist, eine hohe Betreuungsqualität zu gewährleisten - eine Situation, die in Österreich einzigartig ist. Denn im Allgemeinen sind UMFs meist in Massenquartieren untergebracht, mit allen problematischen Begleiterscheiungen.

Um die Emmausgemeinschaft bei ihrer Arbeit zu unterstützen, haben wir einen Scheck von 400 EUR mitgebracht. www.emmaus.at
Bild unten: Martina Glaubacker von der Emmaus-Gemeinschaft mit unserer Gruppe

Ausschnitte aus den Feedbacks der Schüler/innen:

"Es war interessant zu hören, wie Hilfsorganisationen wie die Emmausgemeinschaft bei der Flüchtlingshilfe um das eigene 'Überleben' kmpfen müssen. Sie bekommen nur einen Bruchteil für die unbegleiteten minderjänrigen Flüchtlinge von dem, was für österreichische Kinder ausbezahlt ird." (Judith O.)

"Ich fand sehr interessant, dass es sehr viele Freiwillige gibt, die den Jugendlichen helfen. Schockierend fand ich die langen Wartezeiten bis zur Bekanntgabe des Status der Flüchtlinge." (Michaela L.)

"Frau Glaubacker hat auch die Probleme angesprochen und wie schwer es für Flüchtlinge ist, sich zu integrieren und Arbeit zu finden. Ich habe wieder neue Informationen erhalten und kann mir nun immer besser eine eigene Meinung bilden." (Paul K.)

"Mir war vor dem Besuch nicht bewusst, dass die minderjähringen Flüchtlinge kaum Chancen auf eine Leben wie wir haben." (Phillip S.)

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 17. Dezember 2015, 17:44 | Kommentare (0)

Schulveranstaltung: Expertendiskussion

Am Donnerstag, 7. Jänner veranstaltete eine Projektgruppe der 4BK eine Diskussion über das Thema Flüchtlinge, zu der frei Experten eingeladen waren:

  • Mag. Anna Wegl (Stadträtin in Krems)
  • Rudolf Kernstock (Regionalsekretär in Krems)
  • Kerstin Pomberger-Hauser (Caritas der Diözese St. Pölten)

Nach einer kurzen thematischen Einleitung antworteten die drei Eingeladenen auf die Fragen der Schüler. Unsere Gruppe konnte kurzfristig der Einladung folgen und dadurch den Horizont zum Thema mit einer weiteren Veranstaltung erweitern.

Auch dazu gibt es wie immer ausgewählte Feedbacks:

"Die Diskussionsrunde war informativ, die Schüler waren sehr gut vorbereitet und stellten überlegte Fragen." (Birgit R.)

"Es war überraschend zu hören, dass 90% der Afghanen Analphabeten sind, also nicht lesen und schreiben können. Demnach haben sie große Probleme sich zu integrieren, da es für sie noch schwieriger ist, eine neue Sprache zu lernen." (Judith O.)

"Es war gut, dass man etwas von Menschen, die etwas mit Flüchtlingen/Asylwerbern zu tun haben, erfährt und diese Menung zu dem Thema äußern." (Michalea L.)

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 11. Januar 2016, 12:10 | Kommentare (0)
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