Refugees in Focus von Helmut Wagner: Projekttagebuch : Besuch bei der Flüchtlingsfamilie Fana in Ottenschlag

Besuch bei der Flüchtlingsfamilie Fana in Ottenschlag

Schon monatelang haben wir diesen Besuch vorbereitet - und er gehört sicher zu den Highlights unseres Projekts. Unser ehemaliger Direktor Reinhard Kratochvil hat uns den Kontakt vermittelt, und so fahren wir mit zwei Privatautos nach Ottenschlag, wo die Familie Fana aus Afghanistan seit November lebt.

Mehr über die Familie und ihre Fluchtgeschichte unter http://www.ottenschlag.com/index.php?id=295
Schon im Vorfeld haben wir abgecheckt, wie wir die Familie in ihrer schwierigen Situation unterstützen können. So bringen wir zwei PCs samt Bildschirmen und einiges Kleinzeug für Küche und Wohnung mit. Von der Familie werden wir mit Tee und Kuchen bewirtet, und nach anfänglichem Zögern entwickelt sich ein sehr beeindruckendes Gespräch, in dem vor allem Frau Fana immer wieder betont, wie lebensbedrohlich die Flucht war. Im Lauf des Nachmittags wird klar, dass die Situation in Afghanistan mit der ständigen Bedrohung durch die Taliban und die traumatischen Erlebnisse auf der Flucht tiefe Spuren in allen Familienmitgliedern hinterlassen haben. 

Mit dem Versprechen, weiterhin miteinander in Kontakt zu bleiben, verabschieden wir uns nach eineinhalb Stunden. Mit dieser Begegnung ist uns allen klar geworden, dass es eine Sache ist, sich umfassend mit der Problematik zu beschäftigen - aber nichts wirkt stärker als der direkte menschliche Kontakt.

"Ich fand die Exkursion sehr interessant, da ich zuvor noch keinen Flüchtlingen persönlich begegnet bin. Ich fand ihre Geschichte sehr berührend und man hat gemerkt, wie schwer die Reise für sie gewesen sein muss." (Michaela L.)

"Bewundernswert finde ich, dass sie tatsächlich so viel über die Flucht erzählt haben. Ich weiß nicht, ob ich davon nach so kurzer Zeit immer wieder erzählen könnte." (Susanne L.)

"Die Geschichte der Familie hat mich sehr getroffen und ich habe mir ebenfalls Gedanken zu diesem Thema gemacht, wie gut es mir eigentlich zu Hause geht oder allgemein in Österreich." (Isabel G.)

"Das persönliche Gespräch mit dieser kultivierten afghanischen Familie hat mir wirklich die Augen geöffnet. (...) Insgesamt war es ein sehr lehrreicher Moment in meinem Leben, auf den ich noch lange zurückblicken werde." (Paul K.)

Veröffentlicht von Helmut Wagner am 14. Januar 2016, 20:38

Feedback

*
*